WLAN in jedem Winkel

Doppelt so schnelle Abläufe in der Kommissionierung, nur noch halb so viele Fehler im Versandbereich, ein um 20 Prozent effizienterer Produktionsprozess: Jäger Direkt arbeitet seit dem vergangenen Frühjahr vollkommen digital. Die Basis: eine flächendeckende WLAN-Infrastruktur am neuen Standort im hessischen Heppenheim. Denn im Mai 2016 hat der hessische Mittelständler eine neue Halle für Lager, Produktion und Logistik in Betrieb genommen. 190 WLAN-Access-Points versorgen den 14.500 Quadratmeter großen Komplex flächendeckend mit drahtloser Netzinfrastruktur – und das Unternehmen mit der Grundlage für die Transformation.

Automatische Routenplanung im Lager
Mehr als 150.000 Elektrokomponenten fertigt, lagert und kommissioniert Jäger Direkt – von Lichtschaltern über Wandverteiler bis hin zu Spezialwerkzeugen für Elektriker, Installateure oder Haustechniker. Mit seinen Produkten beliefert das Unternehmen aus dem hessischen Reichelsheim südlich von Darmstadt 20.000 Fachbetriebe in 15 verschiedenen Staaten, hat Niederlassungen in Österreich und den Niederlanden und ist sogar im chinesischen Markt aktiv.

Eine logistische und organisatorische Herausforderung, die die Mitarbeiter heute mit digitaler Unterstützung meistern. Denn am neuen Standort arbeiten sie dank der lückenlosen WLAN-Anbindung unter anderem mit einem innovativen Lagerverwaltungs- und Warenwirtschafts-system sowie mit einer Materialflussrechner-Software, die die Fördertechnik im Hochregal-lager steuert und beispielsweise die Gabelstapler automatisch in die richtige Regalreihe lotst.

Papierkram und logistischen Aufwand gespart
Die Jäger-Kollegen erfassen für den Versand bestimmte Produkte heute über einen elektronischen Scanner und buchen die Daten automatisch ins System. Fehleranfälliger Papierkram entfällt ebenso wie die zeitaufwändige Endkontrolle in der Packstation: Bis vor kurzem mussten die Mitarbeiter prüfen, ob die Waren, die sie für den Versand vorbereiten sollten, mit den Angaben auf den Kommissionierzetteln übereinstimmten.

Aber nicht nur analoge Arbeitsmethoden bremsten den Elektro-Spezialisten in der Vergangenheit. Besonders die Koordination der mittlerweile drei Standorte machte Jäger Direkt zunehmend zu schaffen. Das Ergebnis des stetigen Wachstums: Das Unternehmen musste eine eigene Spedition einrichten, die täglich zwischen den Standorten in Reichelsheim, Mörlenbach und Heppenheim pendelte. Das verlangsamte die Abläufe, machte Prozesse ineffizient.

WLAN-Ausleuchtung in der Bauphase
Daher entschied sich das Unternehmen, Fertigung, Lager, Kommissionierung und Waren-versand an einem Standort zu vereinen und dafür eine komplett neue Halle zu bauen. Groß, modern, vor allem aber digital sollte der Komplex sein. Und die flächendeckende WLAN-Versorgung des Gebäudes wollte Jäger Direkt aufgrund des engen Zeitplans bereits während der Bauphase planen und umsetzen.

Ein diffiziles Unterfangen, denn während sich in der leeren Halle das WLAN-Signal ungestört ausbreitet, lenken es später etwa die Maschinen im Produktionsbereich oder die metallenen Hochregale im Lager ab. Sind sie mit Ware befüllt, dämpft diese zusätzlich das Signal. Als Anbieter für eine schnelle, lückenlose und hochwertige Vernetzung der neuen „Elektrofabrik“ entschied sich das Unternehmen für die Telekom. „Das hat reibungslos funktioniert“, sagt Jens Fischer, Mitglied der Geschäftsleitung bei Jäger Direkt. „Wir hatten bislang weder in der Produktion noch im Hochregallager Probleme mit der WLAN-Verbindung.“ Dafür sieht er dank der Digitalisierung in puncto Effizienz noch deutliches Steigerungspotential für seinen Betrieb. „Schließlich sind wir erst dabei uns in unserer neuen Umgebung aufeinander einzuspielen.“

von Deborah Grauert