Wandel der Lieferketten im Vereinigten Königreich

Der aktuelle Wandel der Fruchthandel-Industrie im Vereinigten Königreich macht es notwendig, dass Unternehmen ihre aktuellen Marktzugänge überprüfen. Der Wandel zeichnet sich durch die zunehmende Einfuhr von Kühl-Containern und dem Trend zu direkten Distributionskanälen aus. Entsprechend müssten Exporteure berücksichtigen, wie Produkte ihre wichtigsten Kunden erreichen können und wie sie dabei Qualitätsrisiken der Frischeprodukte minimieren könnten.

„Exporteure müssen ihre Lieferketten prüfen und neu aufstellen. Dies gilt insbesondere für den Vertrieb im Inland, was auch wesentlichen Einfluss auf die Einfuhrorte von Waren haben wird”, erklärt Gary Parkinson, Asset und Supply Chain Director der Peel Ports Group. „Sofern Unternehmen sich nicht im Klaren sind, was mit ihren Produkten passiert, wenn sie den Kai verlassen, besteht die Möglichkeit, dass sie unvorbereitet von diesen Entwick-lungen überrascht werden.”

Der Handel von Obst und Gemüse ist im Vereinigten Königreich in den letzten 15 Jahren um 17 Prozent angestiegen. Im gleichen Zeitraum stiegen Importe um 33 Prozent, während die Inlandsproduktion fiel. Im letzten Jahr erreichten 74 Prozent der Frischeprodukte das Vereinigte Königreich mittels Container. Vor 10 Jahren waren es noch 52 Prozent. Außer-dem erreichte der Handel mittels Kühl-Containern im letzten Jahr 100 Millionen Tonnen und diverse Schifffahrtsgesellschaften erweitern ihre Flotten um Kühl-Container.

Gleichzeitig betrifft der Wandel in der Branche auch die Routen, über die die Ware den Verbraucher erreicht. Dabei ersetzen direkte Routen zum Verbraucher zunehmend das traditionelle Modell des Eingangspunktes an südöstlichen Häfen mit mehrfachem Zwischenhandling.

Dieser Übergang zur direkten Streckenführung wird zum Teil durch die Eröffnung von Liverpool2, einem neuen Tiefwasser-Containerterminal im zweiten Halbjahr 2015 ermöglicht. Zum ersten Mal seit über einer Generation befähigt Liverpool2 den direkten Import von Frischeprodukten aus der südlichen Hemisphäre in die nördlichen Regionen Englands. Dort befindet sich die größte Dichte an Arbeitskräften in der Nahrungsmittel- und Getränkeverarbeitung im Vereinigten Königreich und eine hohe Dichte an Supermarkt-Distributionszentren. Innerhalb einer Entfernung von 50km um Liverpool befinden sich 27 Kühlhäuser, innerhalb 160km sind es 180. Das neue Liverpool2 Terminal bietet 600 Reefer-Points, zusätzliche 300 stehen am bereits existierenden Container-Hafen zur Verfügung.