Vernetzung über die gesamte Supply Chain


Eine enge, vertrauensvolle Beziehung zu Partnern und Kunden steht im Mittelpunkt erfolgreicher digitaler Geschäftsmodelle. Die Mehrheit der Unternehmen versteht dabei unter digitalen Geschäftsmodellen die Bereitstellung datenbasierter Produkte für ihre Kunden. All about Sourcing fragte Prof. Muschinski nach seiner Einschätzung für den Handel.

Sourcing: Herr Prof. Muschinski, ihr Fachgebiet ist die strategische Beschaffung, wie wichtig ist dabei aus Ihrer Sicht die Digitalisierung für den Handel?
Prof. Muschinski: Idealerweise wären Disposition und Distribution in der Beschaffung miteinander automatisch verknüpft, so dass möglichst geringe Prozesskosten anfallen. Insbesondere bei der Distribution im Handel können neue Technologien wie die Einsatz von RFID-Chips oder intelligenter Warenausgabesysteme dabei helfen, diese Prozesskosten deutlich zu senken.

Sourcing: Und wie weit würden Sie dabei gehen?
Prof. Muschinski: Die digitale Vernetzung von Absatz- und Beschaffungsmarkt ist heute bereits state oft the Art, auch wenn diese bei weitem noch nicht bei allen Unternehmen komplett umgesetzt ist. Der nächste Schritt wäre dann die Erweiterung über die gesamte Supply Chain hinweg. Dies ist jedoch, von wenigen Leuchtturmprojekten abgesehen die Zukunft.

Sourcing: Was bedeutet das auf die Beschaffungsfunktionen bezogen?
Prof. Muschinski: Das bedeutet, dass alle operativen Prozesse der Beschaffung und des Vertriebs digitalisiert und ohne Personaleinsatz ablaufen müssen, um entsprechend eine hohe Verfügbarkeit der Materialien bei geringen Lagerhaltungskosten und Preisen zu realisieren. Die Digitalisierung der Prozesse beim C-Teile-Management, also Normteilen von geringem Wert, ist extrem wichtig, sonst sind hinterher die Transaktionskosten teurer als der eigentliche Wert der Bestellung.

Bild: Prof. Dr. Willi Muschinski; Foto: Prof. Dr. Willi Muschinski