Trends auf der transport & logistic Messe

Im Nachgang zur Transport & Logistik Messe in München finden Sie einige Trends, die Matthias Riveiro, Head of Inter-Branch and Partner bei Lufthansa Consulting, im Umfeld der Messe “aufgepickt” hat.

Trend 1: Logistikbranche vor der Online-Transformation
Transport- und Logistikdienstleister müssen ihre Bemühungen in der Online-Transformation steigern – E-Commerce ist Innovations- und Wachstumstreiber und zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für die Industrie geworden. Von diesem Wachstum profitiert bisher vor allem der Onlinehandel, der zum primären Wachstumstreiber avanciert. Allerdings existieren noch vielfältige Herausforderungen bei der Verlagerung der Standardprozesse von den Medien Papier und Telefonie auf Online-Kanäle.

Trend 2: Analoge Prozesse beherrschen die Branche nach wie vor
Aller Diskussionen um die schöne neue Welt zum Trotz hapert es hinter den Kulissen noch an der Umsetzung kundenzentrierter Prozesse. Viele Transport & Logistik-Unternehmen inves-tieren in Industrie 4.0-Projekte und Digitalisierung, greifen dabei aber zu wenig auf erfolg-reiche Konzepte aus anderen Branchen (Luftfahrt, Telekommunikation, Automobilindustrie) zurück. Zudem gibt es immer noch zu viele manuelle und papierlastige Prozesse, viele kommen vom Telefon als wesentlichem Kommunikationsmedium nicht weg. Dabei bieten sich gerade in diesen Bereichen noch riesige Einsparpotentiale.

Trend 3: Intermodale Lösungen noch in den Kinderschuhen
Innovative Lösungen zur Optimierung intermodaler Prozesse zwischen Verkehrsträgern (Bahn, Häfen oder Landtransport und Bahnhöfen/Häfen) sind noch nicht in der Fläche implementiert. So wird die Disposition für Binnenhäfen kaum über digitale Informations-systeme unterstützt, auch Züge und Landtransporter informieren oft noch via Telefon über erwartete Ankunftszeiten/Verspätungen. Hier herrschen in Deutschland noch gigantische Potenziale zur Digitalisierung der gesamten Kette.

Trend 4: Kundenservice nutzt Potenzial der Digitalisierung nicht
Big Data & Mehrwertservices: Das B2B-Geschäft der Transport & Logistikindustrie könnte von den seit Jahren in der B2C-Welt erfolgreich eingeführten Konzepten viel lernen. So gilt es, die Erwartungen der B2B-Kunden besser aufzunehmen, zu verstehen und in agile und effiziente kundenzentrierte Lösungen umzusetzen. Neben kundenzentrierten Prozessen, sollten vor allem neue Mehrwertservices (Value Added-Services) unter Berücksichtigung der Zahlungs-bereitschaft einzelner Segmente angeboten werden. Erfahrungen aus anderen Industrien legen Potentiale zur Margensteigerung von mehr als 10 Prozent bei differenziertem Leistungs- und Serviceportfolio nahe.