Studie: Ungenutzte Potenziale im Einkauf

Viele Unternehmen messen die Leistung ihres Einkaufs nicht differenziert genug – sie verschenken so große Optimierungspotenziale. Wer dagegen ein differenziertes Performance Management im Einkauf nutzt, weist eine deutlich bessere Kostensituation und eine höhere Produktivität im Einkauf auf. Das sind zwei zentrale Ergebnisse einer branchenübergreifenden Studie zum „Performance Management im Einkauf 2011“, an der 260 Unternehmen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg teilnahmen.

In der Untersuchung der Managementberatung Horváth & Partners und des Bundes-verbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) in Kooperation mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg stimmen fast 90 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass die Performance im Einkauf durch den Einsatz eines Steuerungs-konzepts deutlich gesteigert werden konnte. Zwei Drittel der befragten Unternehmen setzen bereits ein solches Konzept ein.

Die Studie zeigt weiter, dass zwar knapp drei Viertel der Befragten ein Controlling im Einkauf durchgeführt haben, wobei aber nur die Hälfte über die Funktion eines eigenen Controllers im Einkauf verfügt. Lediglich ein Fünftel baut auf eine eigene Abteilung zum Controlling der Einkaufsperformance. „Ein Vergleich verschiedener Kennzahlen hat ergeben, dass die Existenz eines Einkaufscontrollers ein zentraler Erfolgsfaktor ist, um Kostenpotenziale zu identifizieren und dann auch optimal zu realisieren“, so Thomas Nadilo, Einkaufsexperte bei Horváth & Partners.

Ein weiteres Erfolgskriterium ist die Kopplung des Performance Management an ein wirksames Anreizsystem für die Mitarbeiter im Einkauf. Es gilt also, die erbrachten Leistungssteigerungen adäquat zu honorieren. Bisher verknüpft nur die Hälfte der Befragten die Ergebnisse der Leistungsmessung im Einkauf mit dem variablen Anteil der Vergütung.

„Die transparente Messung der Einkaufsleistung und ganzheitliche Steuerung der Einkaufsorganisation sind für Unternehmen entscheidende Wettbewerbsfaktoren angesichts sinkender Wertschöpfungstiefen und steigenden Einkaufsvolumina“, sagt BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Holger Hildebrandt. Traditionelle Mess- und Steuerungskonzepte würden dem jedoch aufgrund ihres einseitigen Kostenfokus nicht mehr in vollem Umfang gerecht. Thomas Nadilo: „Nötig ist eine Leistungsmessung, die neben dem finanziellen Ergebnis auch Faktoren wie Einkaufsqualität, Einkaufseffizienz, Risikomanagement oder Innovationsmanagement anhand geeigneter Kennzahlen berücksichtigt und damit eine umfassende Steuerung des Einkaufs ermöglicht.“

Immerhin: Mehr als die Hälfte der Befragten, die angeben, bisher über kein Performance Management im Einkauf zu verfügen, plant eine zeitnahe Einführung dieses Konzepts. Ein ausführlicher Bericht der Studienergebnisse „Performance Management im Einkauf 2011“ kann gegen eine Schutzgebühr von 100 Euro bestellt.

2 Comments

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    wie und wo kann ich die Studienergebnisse bestellen? Bitte um Rückmeldung, danke.
    MfG
    B. Kramer

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