Strukturelles Überangebot im Papiermarkt

Bis Ende November 2010 will Stora Enso die Zeitungsdruckpapiermaschine im Werk Maxau mit einer Jahreskapazität von 195.000 Tonnen endgültig stilllegen.

Die Entscheidung der schwedischen Konzernzentrale steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der deutschen Unternehmensorgane. Der Grund sind nach Mitteilung von Stora Enso die schwachen Aussichten auf den europäischen Märkten und die hohen Produktionskosten. Die Preise für Zeitungsdruckpapier sind stark zurückgegangen, während gleichzeitig die Holz- und Altpapierkosten stark anstiegen. Deshalb bestehe in absehbarer Zukunft keinerlei realistische Aussicht auf eine rentable Produktion von Zeitungsdruckpapier im Werk Maxau.

„Der europäische Markt leidet unter einem starken strukturellen Überangebot, und seit dem heftigen Einbruch Anfang 2009 hat sich die Nachfrage nicht wesentlich erholt“, sagt Juha Vanhainen, Executive Vice President, Publication Paper Business Area. „Die Aussichten auf eine Erholung bleiben weiterhin schlecht. Außerdem waren in Deutschland in letzter Zeit Holz und Altpapier nur begrenzt verfügbar, was zu einem raschen Kostenanstieg geführt hat.“

Durch die Stilllegung der Zeitungsdruckpapiermaschine im Werk Maxau sinkt die Gesamtproduktionskapazität von Zeitungsdruckpapier in Europa um zirka 1,5 Prozent.

Von der Stilllegung sind etwa 180 der 617 im Werk Maxau beschäftigten Mitarbeiter betroffen. Stora Enso arbeitet an einem entsprechenden Sozialplan. Die beiden Maschinen für ungestrichenes Zeitschriftenpapier im Werk Maxau mit einer Gesamtkapazität von 530.000 Tonnen pro Jahr sollen in Betrieb bleiben.

Stora Enso erwirtschaftete 2009 mit weltweit rund 27.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 8,9 Milliarden Euro. Der Konzern liefert Zeitungsdruck-, Buchdruck-, Zeitschriften- und Feinpapiere sowie Consumer Board, Industrieverpackungen und Holzprodukte.  Die Aktien des Unternehmens werden an den Wertpapierbörsen NASDAQ OMX Helsinki (STEAV, STERV) und Stockholm (STE A, STE R) gehandelt. Außerdem werden die Aktien in den USA am OTCQX International Market in Form von ADRs (SEOAY) gehandelt.