Rohwedder kündigt Insolvenzantrag an

Schock aus Bermatingen: Die Rohwedder AG wird im Laufe dieser Woche wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag stellen. Wie das Unternehmen heute in einer ad-hoc-Meldung bekannt gab, sei es trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen, die notwendige Finanzierung sicherzustellen.Bei der Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen zum 4. Quartal 2009 und zum Geschäftsjahr 2009 am 4. März meldete das Unternehmen noch eine deutliche Erholung des Auftragseingangs um 41 Prozent im zweiten Halbjahr 2009 gegenüber dem ersten Halbjahr. Der Auftragseingang im Rohwedder Konzern betrug im Geschäftsjahr 2009 insgesamt 60,0 Millionen Euro (Vorjahr: 126,9 Mio. Euro), was einem krisenbedingten Rückgang um rund 53 Prozent entspricht.

Auch in der Rohwedder AG steigerte sich der Auftragseingang im 2. Halbjahr im Vergleich zum 1. Halbjahr 2009 sehr deutlich – und zwar sogar um 92 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahreswert von 71,0 Millionen Euro ging der Auftragseingang jedoch krisenbedingt um 49 Prozent auf insgesamt 36,2 Millionen Euro zurück.

Entsprechend der Erholung des Auftragseingangs im 2. Halbjahr 2009 verbesserte sich der Auftragsbestand im Rohwedder Konzern um 50 Prozent per 31. Dezember 2009 verglichen mit dem 30. Juni 2009. In der Rohwedder AG stieg der Auftragsbestand um 78 Prozent an, wenn man diese beiden Daten betrachtet.

Im Vergleich mit dem Vorjahreswert von 31,3 Millionen Euro reduzierte sich der Auftragsbestand im Rohwedder Konzern krisenbedingt auf ca. 18 Millionen Euro zum 31. Dezember 2009. Der Auftragsbestand in der Rohwedder AG betrug zum 31. Dezember 2009 ca. 14 Millionen Euro.

Der Bestand vollzeitäquivalenter Mitarbeiter im Rohwedder Konzern belief sich zum 31. Dezember 2009 auf 724 Personen (Vorjahr: 883), was einem Rückgang um 18 Prozent entspricht. Die Anzahl der Auszubildenden in der Rohwedder AG erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um drei Personen auf 37. Das zeigt, dass das Unternehmen in diesem zukunftsträchtigen Bereich nicht spart, um auch für eine Zeit nach der Wirtschaftskrise mit hochqualifiziertem Nachwuchs gerüstet zu sein.

In der Rohwedder AG reduzierte sich die Anzahl vollzeitäquivalenter Mitarbeiter um rund 13 Prozent von 483 Personen zum 31. Dezember 2008 auf 422 Mitarbeiter zum 31. Dezember 2009. Trotz des hohen Umsatzrückgangs ging der Mitarbeiterbestand im Unternehmen nicht entsprechend stark zurück, da flexiblen Maßnahmen, wie z. B. Kurzarbeit, der ausdrückliche Vorrang eingeräumt wurde. Im 4. Quartal 2009 befanden sich 161 Mitarbeiter der Rohwedder AG in Kurzarbeit – und zwar mit durchschnittlich 31 Prozent Arbeitszeitausfall. Im Januar 2010 befanden sich 88 Mitarbeiter der Rohwedder AG in Kurzarbeit – und zwar mit durchschnittlich 35 Prozent Arbeitszeitausfall. Somit ging die Anzahl der von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeiter um rund 45 Prozent zurück.

Am 4. März hieß es noch in dem Ausblick, dass die Volumenplanung des Rohwedder Konzerns für das Jahr 2010 zunächst konservativ angelegt sei, mit dem Ziel, im laufenden Geschäftsjahr ein nahezu ausgeglichenes operatives EBIT zu erreichen. Zu den Kosteneinsparungen, die bei diesem Ziel eine maßgebliche Rolle spielen, werde auch das neue Modell der Mitarbeiterbeteiligung beitragen. Ziel im Rohwedder Konzern sei es, im 1. Quartal 2010 mindestens ein ausgeglichenes operatives EBITDA zu erreichen. Im Januar sei dies bereits gelungen. Außerdem werde mit den Hausbanken auf der Grundlage eines vorliegenden positiven Gutachtens eines externen Beratungsunternehmens ein Konzept zur Stärkung der nachhaltigen finanziellen Basis entwickelt.

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