Risiko Rohstoffe – immer noch Nachholbedarf

Deutsche Unternehmen schwanken beim Rohstoffmanagement derzeit zwischen Wunsch und Wirklichkeit: In der jährlichen Rohstoffstudie der Einkaufsberatung Inverto betonen die rund 200 befragten Einkaufsleiter sowie Geschäftsführer und Vorstände fast unisono den großen Einfluss der Rohstoffkosten auf ihren Unternehmenserfolg. Dies gilt sowohl für das kurzfristige Ergebnis als auch für die langfristige Sicherung der Marktposition. Die soeben veröffentlichten Ergebnisse der diesjährigen Studie zeigen aber auch, dass die Befragten zugleich wenig strategisch im Rohstoffeinkauf handeln – trotz sich abzeichnender Ver-sorgungsengpässe und erwarteter weiterer Preissteigerungen. Sie setzen nach wie vor auf konventionelle Werkzeuge im Rohstoffeinkauf. Bei den Vereinbarungen mit Lieferanten sinken die Laufzeiten für Festpreise. Vor allem bei der Bündelung mit anderen Markt-partnern und beim Finanz-Hedging liegen große Potenziale brach. Dem starken Preisan-stieg haben die Unternehmen insgesamt immer noch wenig entgegen zu setzen, und so werden die Rohstoffkosten soweit möglich an Kunden durchgereicht oder schlagen sich im eigenen Ergebnis nieder: Die operativen Margen sinken spürbar. Für die Studienautoren und Inverto-Rohstoffspezialisten Jan Müller-Gödeke und Jens Kiebler ist klar: „Die Heraus-forderungen im Rohstoffmanagement sind noch einmal größer geworden. Langfristig muss es deutschen Unternehmen gelingen, zu den Entwicklungen an den Rohstoffmärkten starke Gegenpositionen aufzubauen. Neben der Beschaffung betrifft dies auch ein effektives Preis- und Risikomanagement zwischen Einkauf und Verkauf sowie Teile der Produktentwicklung.“