Ressourcenschonung mit System

Vor über 200 Jahren begann die industrielle Revolution und damit ein entscheidender Eingriff des Menschen in die Umwelt. In der vierten industriellen Revolution gilt es nun, die Einflüsse der Vergangenheit abzumildern und dem Trend der umweltschädigenden Verhaltensweisen entgegenzuwirken. Dabei hilft es jedoch, nicht nur den Verbrauchern auf die Finger zu schauen, sondern insbesondere auch der Wirtschaft. Unternehmen werden von Seiten des Gesetzes dazu aufgefordert, Compliance-Richtlinien zum Klimaschutz sowie zur Emmissionsminderung und Ressourcenschonung einzuhalten. Dies erfordert ein Umdenken und stellt viele Betriebe vor eine große Herausforderung.

„Ein strukturiertes und von Beginn an integriertes Product Lifecycle Management (PLM) als Standardlösung des Systems Engineering hilft Unternehmern dabei, Ressourcen zu schonen und umweltbewusster zu agieren“, erklärt Georg Hünnemeyer, Systems Engineer und Geschäftsführer der Hünnemeyer Consulting GmbH.

Immer im Zentrum: der Produktlebenszyklus
In Zeiten der Industrie 4.0 geht es darum, feststehende Abläufe in den Arbeitsalltag zu integrieren, denn das Product Lifecycle Management beinhaltet eine strukturierte Betriebsorganisation und festgelegte Geschäftsprozesse. Dafür werden in der Regel IT-Systeme zur Verwaltung und Steuerung der Produktdaten eingesetzt. „Ziel ist es, sich einen guten Überblick über alle Prozesse im gesamten Lebenszyklus eines Produktes zu verschaffen: von der Entwicklung über die Logistik bis hin zum Verkauf oder sogar bis hin zur Entsorgung“, so Hünnemeyer. „Damit lassen sich alle möglichen Aufwände, Risiken und Maßnahmen planbar sowie transparent machen.“ Zunächst gilt es zu überlegen, wie sich das Unternehmen anpassen muss, damit ein zukunftsträchtiges Produkt entstehen kann, und welche Veränderungen dafür notwendig sind, auch hinsichtlich der Geschäftsprozesse. „Die Umsetzung des PLM erfordert sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen, die zur Umsetzung in das Geschäftsmodell zu integrieren sind“, weiß Hünnemeyer.

Innovationen auf dem Programm
Die Methode des Systems Engineering hilft Standards in der Projektarbeit zu etablieren. Sie berücksichtigt alle Faktoren des Entwicklungsprozesses, wie beispielsweise Zeit-, Budget und Qualitätsplanung, und ermöglicht so einen Überblick über die immer komplexer werdenden und technologisch fortschrittlichen Abläufe. „Zunehmende Systemvernetzungen infolge der digitalen Transformation drängen auf Innovationen und steigern gleichzeitig die Komplexität der Produktpalette sowie des Arbeitsaufwands“, betont Hünnemeyer. Somit fordert die Digitalisierung eine fachübergreifende Zusammenarbeit im Sinne des Systems Engineering, das insbesondere den technischen Aspekt komplexer Systeme in der Projektentwicklung betrachtet. Mit der Strategie des Systems Engineering werden interne Strukturen, Kompetenzen und Verantwortungen festgelegt. Im Fokus steht dabei gemäß des PLM das Ziel des erfolgreichen Datenmanagements sowie der Produktivitätssteigerung und infolgedessen die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.

Imageaufwertung inklusive
Ein gelungenes Product Lifecycle Management umfasst – neben der Etablierung von Standards und der Eindämmung von Komplexität – auch die Berücksichtigung der Stakeholdergruppen bei allen Maßnahmen. Die Interessen aller vom Entwicklungsprozess Betroffenen, wie Mitarbeiter oder Kunden, nehmen so potenziell Einfluss auf das Endergebnis der Projektarbeit. Ressourcenschonung unterstützt bei der Kosteneinsparung und bietet gleichzeitig die Chance für Innovationen. Des Weiteren bedeuten das Einhalten der Compliance-Richtlinien und die entsprechend nachhaltige Arbeit für das Unternehmen auch eine entscheidende Aufwertung des eigenen Images. IT-Systeme helfen dabei, den Überblick über alle Geschäftsprozesse zu behalten. „Ein gelungenes PLM ist damit nicht nur nachhaltig im Sinne der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens, sondern auch notwendig bezüglich der ökologischen Zukunft“, bekräftigt Hünnemeyer. „Die Methode hilft dabei, die wachsende digitale Herausforderung hin zu mehr Umweltbewusstsein zu meistern.“