Preise für Chemieprodukte steigen weiter

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) rechnet für das Gesamtjahr 2010 wegen der überraschend starken Dynamik im zweiten Quartal mit einer Steigerung der Produktion um rund 11 Prozent. Der Umsatz der Branche dürfte bei weiter anziehenden Preisen um 18 Prozent zulegen.

Die deutsche chemische Industrie konnte auch im zweiten Quartal 2010 Produktion und Umsatz weiter steigern. Sie hat damit den massiven Einbruch durch die Wirtschaftskrise innerhalb von fünfzehn Monaten fast kompensiert.  Im zweiten Quartal 2010 stieg die Produktion chemischer Erzeugnisse gegenüber dem Vorquartal um 1,5 Prozent. Die Kapazitätsauslastung der Produktionsanlagen legte um 2,8 Prozentpunkte auf 85,6 Prozent zu und erreichte damit wieder einen branchentypischen Normalwert. Eine vergleichbare Auslastung konnte die Branche zuletzt im zweiten Quartal 2008 vorweisen. Getragen wurde der erneute Produktionsanstieg vor allem von organischen Grundstoffen und Spezial- chemikalien, aber auch die übrigen Sparten entwickelten sich laut VCI positiv.

Die Preise für chemische Erzeugnisse beschleunigten von April bis Juni 2010 ihren Aufwärtstrend. Sie verteuerten sich im Vergleich zum Vorquartal um 1,8 Prozent. Neben höheren Rohstoffkosten führte die anziehende Nachfrage zu Preissteigerungen.

Der Umsatz der deutschen Chemieunternehmen erreichte im zweiten Quartal 2010 rund 41,6 Milliarden Euro. Das Niveau des Vorquartales wurde damit um 5,2 Prozent übertroffen. Der Anstieg resultierte vor allem aus dem Geschäft mit ausländischen Kunden, das um 6,3 Prozent auf 25,0 Milliarden Euro zulegte. Seit Jahresbeginn 2010 ist die Beschäftigung in der Branche stabil. Im Jahr 2009 war die Zahl der Beschäftigten um 2,9 Prozent auf 416.250 Mitarbeiter zurückgegangen.

Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von rund 1.650 deutschen Chemie- unternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne. Der Verband steht nach eigenen Angaben für mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2009 über 145 Milliarden Euro um und beschäftigte mehr als 416.000 Mitarbeiter.

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