Positive Entwicklung der Binnennachfrage

Die Konjunkturaussichten der deutschen Wirtschaft haben sich nach Einschätzung der Bundesbank nach der Jahresmitte etwas verschlechtert. Hierfür spielen laut dem jüngsten Monatsbericht August die Entwicklungen an den globalen Krisenherden, insbesondere in Osteuropa, eine wichtige Rolle. Nach Einschätzung der Bundesbank-Ökonomen stellen die aktuellen Indikatoren infrage, ob sich im zweiten Halbjahr 2014 die gesamtwirtschaftliche Entwicklung (“zyklische Grundtendenz”) tatsächlich wie im Frühjahr noch erwartet weiter festigen wird.

Die Eintrübung zeige sich unter anderem darin, dass der Ifo-Geschäftsklimaindex zum dritten Mail in Folge zurückgegangen sei. Für diesen Frühindikator der deutschen Wirtschaft ermittelt das Münchener ifo Institut monatlich die Stimmung in rund 7.000 Unternehmen. Dabei zeigte sich, dass sich jüngst insbesondere die Geschäftserwartungen wiederholt verschlechtert hätten. Darüber hinaus deuteten eine schwächere Auftragsvergabe und sinkende Exporterwartungen darauf hin, dass insbesondere die Industriekonjunktur unter den Störeinflüssen leide, heißt es im Monatsbericht.

Abstriche auf hohem Niveau
Die verschärfte Sanktionspolitik gegenüber Russland und die Gegenmaßnahmen der dortigen Regierung werden sich nach Einschätzung der Bundesbank im Außenhandel niederschlagen. Eine Eintrübung der Stimmung sei nicht nur in den stark ausfuhrab-hängigen Branchen festzustellen. Betroffen seien auch Bereiche wie das Baugewerbe, der Handel und im Juli erstmals wahrnehmbar auch die Dienstleistungsunternehmen. Die Abstriche erfolgten jedoch von einem hohen Niveau aus, heißt es im Monatsbericht. Dies spreche zusammen mit der nach wie vor grundsätzlich positiven Entwicklung der Binnen-nachfrage und am Arbeitsmarkt gegen eine konjunkturelle Richtungsänderung.

Die Auftragseingänge der Industrie waren im Frühjahr 2014 um 0,5 % zurückgegangen. Die bis Juni erteilten Aufträge reichten laut Bundesbank gleichwohl aus, die Industriekapa-zitäten normal auszulasten. Für die Bauwirtschaft seien die Aussichten nach wie vor günstig. Daneben sei der private Verbrauch der zentrale Pfeiler, auf dem die Konjunktur trotz zunehmender Störungen aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld derzeit ruhe, schreiben die Bundesbank-Ökonomen. Mit Blick auf die jüngere Vergangenheit bestehe die berech-tigte Hoffnung, dass sich die Konsumlaune hierzulande als robust erweise.