Pneumatikschläuche im „Schlauchabtausch“

Ob Polyamid oder Polyurethan – bei der Auswahl des passenden Pneumatik-schlauchs gilt vielfach: „einer für alle“. Dabei können die unterschiedlichen Materialien mit ihren ganz individuellen Stärken punkten – vorausgesetzt sie werden im richtigen Umfeld eingesetzt.

„Keine Frage von gut oder schlecht, sondern von passend oder unpassend“, kommentiert Jochen Zwicker, Leiter Produktbereich Pneumatik beim schwäbischen Druckluft- und Pneumatikspezialisten Mader, den Einsatz der beliebtesten Schlauchmaterialen Polyamid (PA) und Polyurethan (PU). Viel zu oft würden Pneumatikschläuche nicht zweckgemäß eingesetzt, in der Folge könnten sie z.B. schnell spröde werden und es entstünden kleine Leckagen.

„Druckluft-Leckagen bedeuten Druckluftverlust und damit unnötigen Energieverbrauch“, so Zwicker. Um dies zu vermeiden empfiehlt er eine gezielte Auswahl des Schlauchmaterials für den jeweiligen Einsatzbereich. Für viel genutzte Arbeitsplätze mit Druckluftwerkzeugen und Blaspistolen sieht Zwicker „den PU-Schlauch ganz vorn“.

„Polyurethan ist weichmacherfrei, absolut flexibel und eignet sich hervorragend für den Einsatz in engen Einbauräumen.“ Im direkten „Schlauchabtausch“, einem ganz praktisch angelegten „Experiment“, das Zwicker gemeinsam mit Mader-Kolleginnen und Kollegen im Rahmen einer Energieeffizienz-Kampagne umsetzte, zeigte der Schlauch aus Polyamid bereits nach einigen Knicken deutliche „Ermüdungserscheinungen“.

„Wird der minimale Biegeradius unterschritten knickt der Schlauch ab. Polyamid zeigt dabei einen unerwünschten „Memoryeffekt“. Der Schlauch wird immer wieder an der gleichen Stelle abknicken. Dies führt zu Mikroverletzungen im Schlauch, diese letztendlich zur Leckage, “, erläutert Zwicker, der bereits seit 29 Jahren im Pneumatikgeschäft tätig ist.

Im Vergleich dazu, zeigt der Polyurethan-Schlauch im Experiment keine sichtbaren Knicke und bleibt dauerhaft elastisch. „Die ausgewiesene Stärke des Polyamid-Schlauchs ist seine Robustheit“, sagt Zwicker. Er zeichne sich durch hohe chemische Resistenz und Druckbeständigkeit aus. „Setzt man die beiden Schlauchmaterialien gezielt und passend ein, können beide ihre jeweiligen Stärken voll ausspielen“, betont Zwicker.

Das Schlauchexperiment gibt es hier zu sehen: