Phase 1 der REACH-Registrierung beendet

Ein großer Teil aller in der EU produzierten und eingesetzten Chemikalien sowie die gefährlichsten Chemikalien sind jetzt bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) registriert.

Dank REACH erhält die europäische Industrie genauere Kenntnisse über die Gefahren, die von den Chemikalien, mit denen sie arbeitet, ausgehen können. Nach dem REACH-System können Unternehmen chemische Stoffe, die sie herstellen oder einführen, nur dann in der EU auf den Markt bringen, wenn diese innerhalb der geltenden Frist bei der ECHA registriert wurden.

Die erste Registrierungsfrist, die am 30. November 2010 abgelaufen ist, ist ein Meilenstein der neuen Chemikalienpolitik der EU. Diese Frist galt für die gefährlichsten Stoffe (zum Beispiel krebserzeugende, erbgutverändernde oder fortpflanzungsgefährdende Stoffe), die pro Unternehmen in Mengen von einer Tonne oder mehr pro Jahr hergestellt oder importiert werden, ferner für Stoffe mit hochtoxischen Auswirkungen auf die aquatische Umwelt, die pro Unternehmen in Mengen von 100 Tonnen oder mehr pro Jahr hergestellt oder importiert werden, sowie für Stoffe, die in Mengen von über 1.000 Tonnen pro Jahr hergestellt oder importiert werden.

24.675 Dossiers wurden der ECHA zum Ablauf der Registrierungsfrist am 30. November vorgelegt. Die ECHA wird nun die Dossiers prüfen, damit sichergestellt ist, dass alle Anforderungen erfüllt sind. Der Industrie zufolge haben viele Unternehmen aufgrund des Registrierungsverfahrens bereits ihre Sicherheitsstandards angehoben. Dies führt zu einem sichereren Einsatz von Chemikalien, die in großen Mengen produziert oder importiert werden oder spezifische Gefahren aufweisen, wie zum Beispiel für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt. Obwohl die Frist in erster Linie für in besonders großen Mengen produzierte oder importierte Chemikalien galt, haben sich durchaus auch kleine und mittlere Unternehmen an der Registrierung beteiligt: Ihr Anteil lag bei rund 10 Prozent. Da auch KMU Chemikalien einsetzen, werden sie ebenfalls von den jüngst zusammengetragenen Sicherheitsinformationen profitieren.

Durch die Weitergabe der auf diesem Weg gewonnenen Informationen in der Lieferkette wird sich die Situation laut Mitteilung der EU stetig verbessern. Die Vorteile von REACH kommen den Unternehmen und den Verbrauchern gleichermaßen zugute, weil durch das gesammelte Wissen der Industrie die Sicherheitsstandards sowohl hinsichtlich der Arbeitsbedingungen als auch der Produkte erhöht werden. Auch die Umwelt wird durch eine geringere chemische Verschmutzung profitieren.

Und dies ist nur der Anfang eines Prozesses: 2013 und 2018 enden zwei weitere Registrierungsfristen für in kleineren Mengen produzierte oder importierte Chemikalien. Die Kommission will die in der ersten Registrierungsphase gemachten Erfahrungen auswerten, um einen möglichst reibungslosen Ablauf des Verfahrens bei künftigen Registrierungsfristen zu ermöglichen.

Mit der REACH-Verordnung Nr. 1907/2006, die 2007 in Kraft trat, soll ein hoher Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt vor den Gefahren, die von Chemikalien ausgehen, gewährleistet werden. Ferner sollen alternative Prüfverfahren und der freie Verkehr von Stoffen im Binnenmarkt gefördert sowie Wettbewerbsfähigkeit und Innovation gestärkt werden.

Die Registrierung spielt in der REACH-Verordnung eine besondere Rolle für das Risikomanagement. Der damit verbundene Prozess wurde am 1. Juni 2008 in Gang gesetzt und ist in drei Fristen gestaffelt: 2010, 2013 und 2018. Einem der Grundsätze von REACH zufolge dürfen Unternehmen, die die Stoffe nicht registrieren lassen, die sie herstellen oder einführen, diese nicht in der EU in Verkehr bringen.

Weitere Informationen:
REACH
Europäische Chemikalienagentur (ECHA)