Mit Energieaudit Spitzenausgleich für 2013 sichern

Unternehmen des produzierenden Gewerbes sollten noch rechtzeitig vor Jahresende prüfen, ob ihnen über den sogenannten Spitzenausgleich ein Teil der Stromsteuer erstattet wird. Nur Firmen, die noch in diesem Jahr nachweislich ein System zur Steigerung der Energieeffizienz einführen, können den Spitzenausgleich auch für 2013 beantragen. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eignen sich alternative Systeme wie Energie-audits.

Klaus Gründler, Referent der TÜV NORD Akademie, hat sieben Tipps zusammengestellt, was Unternehmen jetzt tun sollten. Die neue Regelung sieht seit August dieses Jahres vor, dass Unternehmen einen nachhaltigen Umgang mit Energie nachweisen müssen, um den Spitzenausgleich zu erhalten. KMU können anstelle eines kompletten Energiemanage-mentsystems auch weniger aufwändige alternative Systeme wie Energieaudits nach DIN EN 16247-1 oder ein System nach Anlage 2 der Spitzenausgleichs-Effizienzsystem-verordnung einführen.

Für 2013 und 2014 genügt es nachzuweisen, dass man mit der Einführung eines ent-sprechenden Systems begonnen hat. Unternehmen können das intern umsetzen oder einen externen Auditor beauftragen. Wichtig ist eine unabhängige Prüfung durch eine akkreditierte Stelle, das sogenannte Testat.

„Viele mittelständische Unternehmen sind über die neuen Regelungen noch nicht aus-reichend informiert und verschenken bis zu mehrere tausend Euro Rückerstattung“, sagt Klaus Gründler. Bei der TÜV NORD Akademie leitet der Energieeffizienz-Experte von WiRo Consultants Seminare zu Energieaudits und stellt dabei immer wieder fest, dass es gerade im produzierenden Gewerbe große Einsparpotenziale aber auch Informations-bedarf gibt. Ein weiterer Aspekt zum Spitzenausgleich bleibt oft unbeachtet: Durch die
gesunkenen Arbeitgeberanteile zur Rentenversicherung sinkt oft auch der Erstattungs-anspruch aus dem Spitzenausgleich.

„Nach unseren Berechnungen sinkt der Spitzenausgleich für viele Unternehmen um die Hälfte oder mehr“, erklärt Gründler. „Das bedeutet, dass Unternehmen ihren Anspruch daher rechtzeitig vor Jahresende prüfen sollten, um gegebenenfalls Rückstellungen in entsprechender Höhe zu bilden.“

Sieben Tipps, was Unternehmen jetzt dringend tun sollten:

    1. Prüfen, ob der Energieverbrauch stark gestiegen ist und/oder die Mitarbeiterzahlen im Unternehmen merklich gesunken sind. Lag für 2012 kein Anspruch auf Spitzenaus-gleich vor, wird bei etwa gleich bleibender Produktivität für 2013 auch keine Rück-zahlung erfolgen.
    2. Wenn in 2012 schon ein Anspruch auf Spitzenausgleich vorlag: Prüfen, wie hoch der Anspruch in 2013 (und 2014) ausfällt.
    3. Feststellen, ob das Unternehmen nach der Empfehlung der EUKommission (2006/361/EG) zu den KMU gezählt wird.
    4. Richtwert für Nicht-KMU bewerten: Für große Unternehmen deren Spitzenausgleich bei über 50.000 Euro pro Jahr liegt, ist die stufenweise Einführung von Energiemanage-mentsystemen nach DIN EN ISO 50001 oder Öko-Audit-Verordnung voraussichtlich allein aus monetären Gründen sinnvoll. Liegt der Spitzenausgleich darunter, sollten andere Ziele wie Umweltschutz, Energiesparen, Image, CO2-Minderung etc. über die
    Einführung entscheiden.
    5. Richtwert für KMU bewerten: Für kleine und mittlere Unternehmen deren Spitzenaus-gleich bei über 5.000 Euro pro Jahr liegt, ist die stufenweise Einführung von alternativen Systemen wie dem Energieaudit nach DIN EN 16247-1 oder Anlage 2 voraussichtlich allein aus monetären Gründen sinnvoll. Liegt der Spitzenausgleich darunter, können Ziele wie Effizienzsteigerung und Kostensenkung die Entscheidung für ein alternatives System rechtfertigen.
    6. Faktor Zeit berücksichtigen: Für das Antragsjahr 2013 muss mit der Implementierung des alternativen Systems zur Steigerung der Energieeffizienz jetzt begonnen werden, damit das Testat hierüber noch 2013 beauftragt und fehlende Unterlagen bis Jahres-ende nachgereicht werden können.
    7. Entscheiden, ob die Anforderungen aus der Spitzenausgleich-Effizienzsystem-verordnung mit Bordmitteln erfüllt werden können, ob Lehrgänge das vorhandene Wissen ergänzen oder externe Expertise eingeholt wird.