Mehr Transparenz beim Energiespar-Contracting

100 Unternehmen und Verbände setzen sich europaweit für ein einheitliches Vorgehen beim Energiespar-Contracting (ESC) ein. In dem von ihnen unterzeichneten Verhaltenskodex verpflichten sie sich zu neun Grundprinzipien, die einen qualitativ hochwertigen und transpa-renten europäischen Markt für ESC unterstützen sollen. Er ist eine freiwillige Selbstver-pflichtung der Industrie und soll dazu beitragen, bei der öffentlichen Hand und anderen Auftraggebern das Vertrauen in dieses weltweit erprobte Instrument für mehr Energieeffizienz zu stärken und Vorbehalte abzubauen.

Auf einer Konferenz haben Experten aus ganz Europa über diesen Code of Conduct diskutiert und darüber, wie der Markt belebt werden kann und welche Rahmenbedingungen erforderlich sind. Beim Energiespar-Contracting (ESC) garantieren Energiedienstleister ihren Auftrag-gebern – in der Regel sind dies Eigentümer großer Liegenschaften – über eine bestimmte Vertragslaufzeit Energiekosteneinsparungen, die sie vorwiegend durch Investitionen in eine effiziente und moderne Gebäudetechnik erreichen. Die erzielten Kosteneinsparungen teilen sich Auftraggeber und Dienstleister nach einem zuvor vereinbarten Schlüssel auf.

Während solche Partnerschaftsmodelle in den USA und Kanada schon sehr weit verbreitet sind, ist in Europa noch ein erhebliches Potenzial vorhanden. Um bis zu 700 Millionen Euro könnten europaweit die Energiekosten in privaten und öffentlichen Gebäuden sinken, wenn das Modell Schule macht. In Berlin werden rund 1.300 öffentliche Gebäude nach diesem Vorbild professionell von Energiedienstleistern betreut. Dadurch sinken die Energiekosten um durchschnittlich 26 Prozent und die Energiekosten werden um rund zwölf Mio. Euro / Jahr reduziert.

Der Geschäftsführer des europäischen Verbandes von Energiedienstleistern (eu.ESCO), Peter Hug sagte: „Der Verhaltenskodex sendet ein positives Signal an den Markt und ist eine starke Grundlage für eine langfristig gute Geschäftsentwicklung.“ Entwickelt wurde das Regelwerk im Rahmen des EU-Projektes Transparense, das von der tschechischen Non-Profit-Beratungsgesellschaft SEVEn koordiniert wird.