manroland beantragt Insolvenzverfahren

Die manroland AG hat beim zuständigen Amtsgericht in Augsburg die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt, nachdem die Verhandlungen mit einem potenziellen Investor gescheitert sind. Das Unternehmen hat gleichzeitig Antrag auf Anordnung der Eigen-verwaltung gestellt, um die laufenden Restrukturierungen entsprechend finalisieren zu können. Der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider wird sich in Kürze ein umfassendes Bild über die Situation bei manroland machen.

Auslöser für den Insolvenzantrag ist der erneute dramatische Einbruch im Auftragseingang, der seit Mitte Juli zu beobachten ist und sich zuletzt beschleunigt hat. Zwar herrscht nach wie vor großes Interesse an den Drucksystemen von manroland, doch infolge der Finanzkrise haben sich die kundenseitigen Finanzierungsmöglichkeiten erheblich erschwert. Gleichzeitig hat der Wettbewerbsdruck angesichts sinkender Aufträge zu einer weiteren Verschärfung des Preisdrucks und damit zu sinkenden Deckungsbeiträgen geführt. Die Marktgröße liegt bei nur noch 50 Prozent des Niveaus vor Beginn der Krise 2008. Nach anfänglichen Erholungs-tendenzen zu Beginn des Geschäftsjahres bis weit in den Sommer hinein hat sich das Markt-umfeld – insbesondere in den USA und in Westeuropa sowie für das Segment Bogendruck-maschinen – erneut abgeschwächt. Gleiches gilt für die Geschäfte in China, die jedoch weiter auf hohem Niveau bleiben. Betroffen ist die gesamte Branche, was in dieser Dramatik nicht vorhersehbar war. Der Generalbevollmächtige und der vorläufige Insolvenzverwalter werden nun zeitnah die Sanierungschancen verifizieren. Derzeit wird der Geschäftsbetrieb der manroland AG in vollem Umfang aufrechterhalten. manroland beschäftigt 6.500 Personen, davon 5.000 in Deutschland.

Der Vorstand von manroland strebt die Sanierung wesentlicher Einheiten im Rahmen der laufenden Restrukturierung in Eigenverwaltung an. Das eingeleitete Insolvenzverfahren gibt die Möglichkeit, den Restrukturierungsprozess weiter zu forcieren und das Unternehmen durch die schwierige Phase zu steuern. Bei aller Enttäuschung über den einzuschlagenden Weg bietet das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung hinreichend Chancen, weil das Unter-nehmen überzeugende Produkte, das nötige Know-how und eine exzellente Mannschaft hat. Mit dem geplanten Einstieg des potenziellen Investors und auf Basis eines Finanzierungs-programms unter Einbindung der bisherigen Gesellschafter sowie des Bankenkonsortiums wäre die Kapitalbasis gestärkt worden.