Logistik: Leichte Abkühlung in heißem Sommer

Der Geschäftsklimaindikator der deutschen Logistikwirtschaft ist im Durchschnitt des zweiten Quartals 2018 gesunken. Dies geht aus den monatlichen Erhebungen zum Logistik-Indikator hervor, den das ifo Institut im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) im Rahmen seiner Konjunkturumfragen erhebt. Der Geschäftsklimaindikator für die Logistikwirtschaft erreichte einen Wert von 109,4 Punkten und gab somit zum Vorquartal um 3,3 Indexpunkte nach. Insbesondere die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate trübten sich ein (Rückgang um 4,7 Indexpunkte auf 101,6).

Die aktuelle Lage sank ebenfalls im zweiten Quartal, um 1,7 Indexpunkte auf 117,9. Nach wie vor weisen die Personalplanungen in der Logistikwirtschaft auf eine steigende Beschäftigten-anzahl im Verlauf der kommenden drei Monate hin, der entsprechende Indikator lag im Mittel des zweiten Quartals jedoch erneut leicht unter dem des Vorquartals (16,3 Saldenpunkte in Q2 zu 17,5 in Q1). Im Vorjahresquartal lag der Saldo dagegen bei einem deutlich niedrigeren Wert (11,2). Die Preise für die angebotenen Produkte und Dienstleistungen dürften den Angaben zufolge in den kommenden Monaten etwas häufiger als im Durchschnitt des ersten Quartals angehoben werden (Anstieg des Indikators von 29,9 auf 30,7 Saldenpunkte).

Bei den Logistikdienstleistern verschlechterte sich der Geschäftsklimaindex im zweiten Quartal 2018 und erreichte einen Wert von 107,4 (nach 110,6 im Vorquartal). Die Befragungsteilnehmer zeigten sich etwas weniger zufrieden mit der aktuellen Geschäfts-situation und der dazugehörige Indikator sank um 0,8 Indexpunkte auf 114. Gleichzeitig erwarteten die Befragungsteilnehmer für die kommenden sechs Monate deutlich seltener eine Geschäftsverbesserung als noch im ersten Quartal (Rückgang um 5,3 Indexpunkte auf 101,1).

Die Zufriedenheit mit dem Auftragsbestand sank im Durchschnitt des zweiten Quartals um 2,1 Saldenpunkte auf 14,1, lag damit jedoch noch deutlich über dem Wert des Vorjahresquartals (5,6). Die Nachfrage gab im Vergleich zum Vorquartal um 5,8 Saldenpunkte nach und lag nun bei 24,9. Im Hinblick auf die Nachfrageentwicklung in den nächsten drei Monaten waren die Befragungsteilnehmer weiterhin per saldo zuversichtlich gestimmt, jedoch sank der Saldowert im Vergleich zum Vorquartal um 5,6 Saldenpunkte auf 24,0. Im Vorjahresquartal lag der Wert bei 20,7. Entsprechend wird auch in den kommenden Monaten mit zusätzlichen Personaleinstellungen gerechnet, wobei im zweiten Quartal ein Rückgang um 0,6 Saldenpunkte auf 22,7 zu verzeichnen war (15,7 im Vorjahresquartal). Preisanhebungen waren im zweiten Quartal vielerorts geplant, der dazugehörige Saldo stieg um 0,6 Saldenpunkte auf 44,9.

Im Bereich der Logistikanwender aus Handel und Industrie trübte sich das Geschäftsklima auf hohem Niveau erneut ein (111,6 nach 114,8 zuletzt). Die Befragungsteilnehmer zeigten sich zwar weiterhin vielerorts zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage, jedoch sank der dazugehörige Index um 2,9 Punkte auf 121,8. Hinsichtlich der Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate zeigte sich im zweiten Quartal ein Rückgang um 3,5 Indexpunkte auf 102,2. Die Lagerbestände waren zuletzt erneut etwas angewachsen (Anstieg um 0,8 Saldenpunkte auf +5). Gleichzeitig wiesen die Firmenmeldungen darauf hin, dass die Preise im zweiten Quartal etwas weniger häufig angehoben werden konnten. Der dazugehörige Saldo sank um 0,8 Punkte auf +11,5. Für die kommenden drei Monate rechneten die Teilnehmer wieder etwas häufiger mit Preisanhebungen (16,2 nach 15,7 zuletzt). Der Personalbestand dürfte weiterhin aufgestockt werden, im Vergleich zum Vorquartal war jedoch ein Rückgang um 1,2 Saldenpunkte auf +10,4 zu verzeichnen. Der Saldo lag weiterhin deutlich über dem langfristigen Durchschnitt.