Kupferangebot weiterhin gering

Angetrieben durch einen hohen Konjunkturoptimismus und den Risikoappetit der Marktteil-nehmer sowie einen schwachen US-Dollar war der Kupferpreis in den ersten beiden Monaten des Jahres zeitweise auf knapp 7.300 USD je Tonne gestiegen.

Damit lief Kupfer aber auch in eine Übertreibungsphase hinein, die Ende Februar mit aufgekommenen Sorgen über einen Handelskrieg zwischen den USA und China endete. Im Zuge dessen fiel Kupfer bis Ende März auf fast 6.500 USD je Tonne zurück. Zum Preisrück-gang beigetragen haben die spekulativen Finanzinvestoren, die Gewinne mitgenommen haben. Daneben hat sich das charttechnische Bild merklich eingetrübt, sodass es auch zu technischen Verkäufen gekommen ist. So wie der Preisanstieg übertrieben war, könnte nun auch die Korrekturphase zu stark ausfallen. Sofern sich die Stimmung der Marktteilnehmer nicht schnell wieder aufhellt, dürfte der Kupferpreis kurzfristig weiter fallen.

Allerdings sehen wir unterhalb von 6.500 USD je Tonne attraktive Absicherungsmöglichkeiten für Kupferkonsumenten, da wir langfristig von höheren Kupferpreisen ausgehen. Aus fundamentaler Sicht wird der globale Kupfermarkt wohl auch in diesem Jahr ein Angebots-defizit aufweisen. Dieses soll aber deutlich geringer ausfallen als im letzten Jahr.

Die International Copper Study Group unterstellt für 2018 einen Fehlbetrag von 104 Tsd. Tonnen. Die Minenproduktion dürfte sich nach dem Rückgang im letzten Jahr, der vor allem durch Streiks und politische Dispute geprägt war, deutlich erholen. Hierzu werden insbesondere Chile, Peru, Sambia und die Demokratische Republik Kongo beitragen. Allerdings müssen in Chile in diesem Jahr viele Tarifverträge neu verhandelt werden, weshalb es dort zu streikbedingten Ausfällen kommen könnte.

Neben der Minenproduktion sollte auch die Raffinadeproduktion 2018 spürbarer anziehen. Vor allem China trägt hierzu bei, wo umfangreiche neue Schmelzkapazitäten gebaut werden. Dies dürfte entsprechend zu einer hohen Nachfrage der chinesischen Schmelzer nach Kupferkonzentrat führen und sich in anhaltend hohen Importen von Kupferkonzentrat widerspiegeln. Dagegen dürften die Importe von Kupferraffinade weiter zurückgehen, da China zukünftig selbst mehr Kupferraffinade produzieren wird. Kupferschrott wiederum sollte auch in diesem Jahr gut verfügbar sein.

Die globale Kupfernachfrage sollte im nächsten Jahr vor allem aufgrund der guten Weltkonjunktur an Dynamik gewinnen und entsprechend deutlich zulegen. Daneben dürften Infrastrukturprojekte z. B. in China (insbesondere der Ausbau des Stromnetzes) und in Indien zu einer höheren Kupfernachfrage beitragen. Langfristig werden wohl Elektroautos eine große Rolle für die Kupfernachfrage spielen. Die International Copper Association schätzt, dass die Nachfrage aus diesem Anwendungsgebiet von 185 Tsd. Tonnen 2017 auf 1,74 Mio. Tonnen 2027 steigen wird, was gut 7 % der heutigen Kupfernachfrage entspräche. In diesem Jahr sollte der Einfluss der Elektroautos auf die Kupfernachfrage aber noch stark begrenzt sein.

Abbildung:Commerzbank Rohstoffradar, 2. Quartal 2018, Volatilitäten im Zeitraum: 01.04.2017 – 31.03.2018; Quelle: Commerzbank AG