Interview: BluJay Solutions gestaltet den Wandel

Am 6. Mä̈rz 2017 haben Kewill und LeanLogistics ihre Umfirmierung in BluJay Solutions bekannt gegeben. Gleichzeitig verkündete das Unternehmen die Etablierung des Global Trade Networks (GTN) – des größten Handelsnetzwerks der Welt. Jetzt zieht Logistikexperte Doug Surrett im Interview mit All about Sourcing eine erste Bilanz des Zusammenschlusses unter einer gemeinsamen Marke und zeigt, welche Vorteile die Kunden des Supply Chain-Spezialisten aus dem GTN ziehen.


Sourcing: Welche Strategie steckt hinter der Umfirmierung der beiden bis dato getrennt operierenden Unternehmen Kewill und LeanLogistics in BluJay Solutions?
Doug Surrett: Durch den Zusammenschluss unter einer Dachmarke können wir besser als globales Unternehmen agieren. Der Vogel Blue Jay verfügt über ein sehr stabiles Flugvermögen und ist ein Symbol für unsere Fähigkeit, in zeitkritischen und komplexen Ausgangssituationen Spitzenleistungen für unsere Kunden zu erzielen. Mit BluJay Solutions können Unternehmen den Handel beschleunigen, ihre Supply Chain-Ökonomie grundlegend umgestalten und dadurch einen Wettbewerbsvorteil auf dem globalen Markt erzielen.

Sourcing: Welche neuen Potenziale lassen sich durch die Fusion erschließen?
Doug Surrett: Nach unserer Überzeugung hängt künftiger Erfolg im Welthandel von einem Strategiewechsel ab. Unternehmen werden ihre Strukturen im Zuge dessen von einem isolierten und rein funktionsoptimierten Supply Chain-Logistikmodell zu einem globalen Handelsnetzwerk umgestalten. BluJay ist hier mit seinem Global Trade Network ein Vorreiter. Dieses grundlegend neue Modell schöpft aus dem geballten Potenzial des weltweiten Supply Chain-Ökosystems. Unser Netzwerk umfasst international 40.000 Mitglieder, darunter Verlader, Carrier, Spediteure, Lieferanten und externe Logistikdienstleister, und ist somit das größte Supply Chain-Netzwerk der Welt.

Sourcing: Wie unterscheidet sich das Global Trade Network von anderen Supply Chain-Lösungen?
Doug Surrett: Den entscheidenden Unterschied verdeutlicht am besten ein Blick auf die Vergangenheit: Frühere Lösungen mussten lokal installiert werden und waren dementsprechend durch eine Firewall abgeschottet. Eine Vernetzung mit der Außenwelt war nur in begrenztem Maße oder gar nicht möglich. Selbst die heutige Cloud-Technologie ist nicht von vornherein besser geeignet, um ein GTN zu unterstützen. Vielmehr muss das Netzwerk von Grund auf flexibel gestaltet sein. Nur so ist gewährleistet, dass es auch für eine Vielzahl von Teilnehmern skaliert ist, die von unterschiedlichen Endgeräten aus darauf zugreifen. Das Global Trade Network wurde von Anfang an mit Blick auf diese Punkte gestaltet und kann hier seine Stärken voll ausspielen.

Sourcing: Welche Vorteile können die Mitglieder des Global Trade Network für ihr Geschäft nutzen?
Doug Surrett: Unsere Kunden sind automatisch über das GTN vernetzt. Mittlerweile nutzen bereits 40 Prozent von ihnen mehr als eine unserer Software-Lösungen, die über das GTN zur Verfügung stehen, zum Beispiel für Transport-, Zoll- oder Warehouse-Management. Die gute Adoptionsrate zeigt deutlich, welchen Mehrwert das lebendige Ökosystem ineinandergreifender Lösungen für unsere Kunden darstellt. Eine Zugangshürde gibt es dabei nicht, da alle Lösungen per Single Sign On sofort nutzbar sind.

In der Supply Chain ergeben sich die bedeutendsten Neuerungen aus der weltweiten Vernetzung von Unternehmen: Die herkömmliche Optimierung von Lieferketten läuft ja lediglich auf dem Mikro-Level ab, wo nur eine einzelne Supply Chain optimiert wird. Die Möglichkeiten, Effizienzgewinne zu erzielen, sind somit eigentlich begrenzt. Das Global Trade Network bietet dagegen die Möglichkeit, das gesamte Netzwerk nach kostensparenden Optionen zu durchsuchen. Diese bisher ungenutzten Chancen entfalten ihre Wirkung im Zusammenspiel des gesamten Netzwerks – eine wertvolle Optimierung auf Makro-Ebene.

Sourcing: Wie wird sich der Markt für Supply Chain-Software Ihrer Ansicht nach in den nächsten Jahren verändern?
Doug Surrett: Laut einer Gartner-Studie werden in den kommenden fünf Jahren mehr als drei Viertel aller Unternehmen auf Big Data-Analysen setzen, um ihre Geschäftsprozesse zu verbessern. Dabei sind cloudbasierte Anwendungen wie das GTN für die Supply Chain entscheidend, denn sie liefern Daten, die in lokalen Lösungen schon aufgrund der viel kleineren Datenbasis gar nicht zur Verfügung stehen.

Bild: Doug Surrett, Chief Product Strategist bei BluJay; Foto: BluJay

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