Hürden in der Containerlogistik

Im Transportwesen steht exakte Planung ganz oben auf der Prioritätenliste. Insbesondere bei der Aufnahme und auf den letzten Metern warten immense Herausforderungen auf Spediteure, Disponenten und Fahrer. Auf der ersten und letzten Meile, wie es im Fachjargon heißt, lauern die größten Schwierigkeiten, obwohl es sich dabei um die beiden mit Abstand kürzesten Abschnitte zwischen Absender und Empfänger handelt. Zudem entfallen auf diese kritischen Phasen große Teile der Transportkosten. Bei exakten zeitlichen Kundenvorgaben, die im Containerverkehr üblich sind, macht sich dieses Problem besonders bemerkbar.

„Enge zeitliche Grenzen stehen im Transportwesen auf der Tagesordnung. Genaue Liefertermine und exakte Maßgaben wie zum Beispiel besondere Zollverfahren gehören ebenso dazu wie das Ziel, die Ware pünktlich und unversehrt beim Kunden abzuliefern“, erläutert Alexander Heine, Geschäftsführer der CM Logistik Gruppe aus Stuhr bei Bremen, die Anforderungen an seine Branche. „Egal, wie lang ein Transportweg auch ist: Ob eine Lieferung wie bestellt beim Kunden ankommt, entscheidet sich häufig schon ganz zu Anfang des gesamten Vorgangs oder auch erst kurz vor dem Lieferziel“, verdeutlicht Heine.

Zeit ist Geld
Bereits geringe Verspätungen bei der Anlieferung haben enorme Auswirkungen auf die Arbeitsprozesse beim Empfänger. Wenn Waren nicht zum benötigten Zeitpunkt an Ort und Stelle ankommen, geraten Arbeitsabläufe durcheinander – beim Kunden wie auch beim Lieferanten. Verzögerungen in der Fertigung und der Weiterverarbeitung zählen zu den Folgen. Stehen Maschinen und Fließbänder erst einmal still, weil etwa Produktionsteile fehlen, führt dies zu erheblichen zeitlichen und finanziellen Einbußen. „Mitunter geraten bei unpünktlicher Lieferung ganze Produktionsabläufe ins Stocken“, so Heine. Auch für die Logistiker entstehen an dieser Stelle erhebliche Probleme, da Wartezeiten, im schlimmsten Falle sogar Fehlfahrten und somit Zusatzkosten drohen. Eine exakte Planung und Durchführung des Transportprozesses ist daher gerade auf der ersten und der letzten Meile unabdingbar.

Dabei liegt die Ursache für die Schwierigkeiten vor allem auf der Straße und den Terminals in den Häfen. Wenn in Ballungszentren und Innenstädten aufgrund von hohem Verkehrsaufkommen, Baustellen, Unfällen oder Umleitungen, gerade auch in der Rushhour, der Verkehrsinfarkt droht, lassen sich Verspätungen oft nicht vermeiden. „Anschließend setzen sich die Problematiken dann bei der Abfertigung der LKW an den Hafenterminals fort. Durch die immer größer werdenden Schiffe bedingt, erhöhen sich auch die Umschlagszahlen pro Schiff – was bedeutet, dass in kürzester Zeit deutlich mehr Container abgefertigt werden müssen. Das führt dann zu einer zeitweisen Überlastung der Terminals und der Hafeninfrastruktur“, so Heine. Gleichzeitig erschweren Vorschriften der Arbeitszeiten für Fahrer die Planung einer pünktlichen Lieferung beim Kunden.

Transparenz und Optimierung
Doch was tun, wenn der Kunde wartet, die Ware aber auf den letzten Metern feststeckt? Hier bietet es sich an, auf klare Kommunikation zu setzen. „Im Vordergrund steht, die Kunden über einen etwaigen Verzug auf dem Laufenden zu halten, damit diese auch die Möglichkeit haben, eigene Arbeitsabläufe anzupassen“, so Heine. Hierzu setzt die CM Logistik Gruppe ein IT-gestütztes Programm zur Kundeninformation ein. Mithilfe dieses Werkzeuges erhalten Auftraggeber bei sich abzeichnenden Verspätungen, verursacht etwa durch Stau oder Schwierigkeiten bei der Verladung, automatisch Kenntnis und können entsprechend reagieren. Und auch an anderer Stelle besteht noch genügend Optimierungsbedarf, etwa an den Verladestellen großer Umschlagsplätze. Sich oft wiederholende Sicherheitseinweisungen für die Fahrer sowie damit zusammenhängende Sprachbarrieren im Ausland zögern eine rasche Weiterfahrt hinaus. Abhilfe schafft in solchen Fällen vor allem ein optimiertes Zeitmanagement: „Zeit ist in der Containerlogistik ein knappes Gut. Einheitlichkeit und straffe Organisation helfen, Verladezeiten so kurz wie möglich zu halten. So lässt sich der Transport für Logistiker und Auftraggeber sinnvoll gestalten“, erklärt der Logistikexperte.