Hoher Druck auf der gesamten Lieferkette

In der vergangenen Woche informierten sich rund 500 Teilnehmer auf den  BME-eLösungstagen. IT-Experten und Fachbesucher diskutierten in Bonn auch die möglichen Herausforderungen für den Einkauf der Zukunft.

So wird sich im Bedarfsmanagement die Reaktionsgeschwindigkeit langfristig von Tagen auf Stunden verkürzen. Beim Sourcing ist mit einer steigenden Bedeutung von Corporate Compliance zu rechnen. Das gilt auch für die eigenen Lieferanten der Einkäufer. Das Supply Chain Management steht ebenfalls vor neuen Herausforderungen. So wird der stetig wachsende Wettbewerb den Druck auf die gesamte Lieferkette weiter erhöhen. Fehler oder Probleme gilt es darum, noch schneller zu erkennen und zu beheben. Ein weiterer Trend: Innovative E-Lösungen wie Mobile Solutions via Handy können Bestell- und Genehmigungsprozesse vereinfachen und beschleunigen. Hier gibt es bereits interessante Angebote führender Gerätehersteller.

„Es müssen nicht immer hochspezielle E-Tools mit bis ins kleinste Detail auf die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens zugeschnittenen Lösungen sein. Es lassen sich auch mit preiswerten Standard-Software-Paketen Kostenvorteile erzielen“, sagte Professor Ronald Bogaschewsky von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg anlässlich der Vorstellung des „BME-Stimmungsbarometers Elektronische Beschaffung 2010“. Die zurzeit am Markt verfügbaren E-Systeme seien zuverlässig und vor allem benutzerfreundlich. Das gelte insbesondere für die web-basierten Standards.

Der BME befragt seit 2004 die Unternehmen zum Stand der aktuellen und geplanten Nutzung von elektronischen Beschaffungssystemen befragt. Die aktuelle Studie (Basis 2010: 187 Umfrageteilnehmer) belegt: Deutsche Unternehmen profitieren bereits heute deutlich von elektronischen Beschaffungssystemen. Global Player und KMU senken durch den Einsatz von Katalogsystemen mittlerweile bis zu 25% ihrer Prozesskosten. Auf Ausschreibungslösungen entfallen 13 Prozent, bei Auktionen sind es immerhin noch 5 Prozent. Einstandspreise: Hierbei konnten die befragten Unternehmen, darunter neben 77 Konzernen auch 110 Mittelständler, im Schnitt 5 Prozent bei Katalogsystemen, 9 Prozent bei Ausschreibungen und 15 Prozent bei Auktionen sparen.

„Die hohe Teilnehmerzahl hat unsere Erwartungen übertroffen. Das positive Feedback von Ausstellern und Fachbesuchern ist Beleg dafür, dass unser neues Veranstaltungskonzept aufgegangen ist. Es zielt auf den Dialog zwischen Ausstellern und Fachbesuchern, weniger auf frontale Wissensvermittlung“, so die Bilanz von BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Holger Hildebrandt. Unter dieser Prämisse habe es sich als richtig erwiesen, nur 25 etablierte Aussteller als Teilnehmer zuzulassen. Das erstmals in Bonn erprobte Ausstellungsformat verstehe sich nicht als Konkurrenz zu ähnlichen Veranstaltungen. Die BME-eLösungstage sind keine Messe. Wichtig ist uns vielmehr, noch zögernden Firmen zu helfen, die Einsparungspotenziale elektronischer Lösungen für sich zu entdecken. So fließen Investitionen in E-Tools bereits nach sechs bis zwölf Monaten wieder ins Unternehmen zurück“, betonte Hildebrandt.

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