Green Office: Wie Unternehmen „sauber“ bleiben

Das „grüne Büro“ ist bei einer wachsenden Zahl von Unternehmen Teil der Unternehmens-philosophie. Neben der umwelt- und ressourcengerechten Gestaltung des Büroalltags legen diese Unternehmen Wert auf den Einkauf ökologischer Büroprodukte. Doch während Papier, Stifte und Co. längst „grün“ sind, wird eine Produktgruppe häufig außer Acht gelassen: umweltfreundliche Reinigungsmittel.

Chemische Reinigungsmittel und Umweltschutz – für viele klingt das wie ein Widerspruch in sich. Kein Wunder: Schließlich zeichnen sich die Reinigungsmittel im Supermarkt durch „extra-starke“, „super-aktive“ oder „ultra-power“ Kräfte aus. Es entsteht der Eindruck, als wäre der Kampf gegen den Schmutz nur mit aggressiven Inhaltsstoffen zu bewältigen. „Ein Irrglaube“, sagt Pascal Bönsch, verantwortlich für Cleaning- und Hygiene-Lösungen bei Office Depot. „Reinigungsmittel müssen keine Chemiebomben sein. Im Gegenteil: Umweltfreund-liche Reinigungsmittel stehen ihrer schädlichen Konkurrenz in Sachen Schmutzentfernung in nichts nach.“

Umweltschäden reduzieren
Jährlich werden in Deutschland rund 480.000 Tonnen Reinigungs- und Pflegemittel verbraucht. Ein Großteil dieser Produkte enthält Chemikalien, die für die Umwelt belastend sind. Werden die Bestandteile nicht vollständig in den Kläranlagen zurückgehalten, gelangen giftige Chemikalien sogar in die Gewässer. Um solche Umweltschäden zu reduzieren, gibt es immer mehr Reinigungsmittel, die auf belastende Inhaltsstoffe verzichten. „Inzwischen gibt es anerkannte Zertifikate, mit denen sich erkennen lässt, ob Reinigungsprodukte umweltverträglich sind“, ergänzt Bönsch. „So sind viele Produkte unserer Eigenmarke Niceday® sowie zahlreiche Markenprodukte in unserem Sortiment mit dem Blauen Engel, dem PEFC-Siegel, dem EU Eco-Label oder dem FSC-Symbol ausgezeichnet.“ Bei der Herstellung zertifizierter Produkte werden meist nachwachsende Rohstoffe eingesetzt, die biologisch abbaubar sind. Auch Klima- und Naturschutz werden bei der Produktion beachtet.

Der grüne Kreislauf
Wem diese Icons nicht genug sind, der kann mit dem „Cradle-to-Cradle“-Zertifikat auf Nummer sicher gehen: „Cradle-to-Cradle“ („von der Wiege zur Wiege“) ist die Vision einer abfallfreien Wirtschaft, bei der Firmen keine gesundheits- und umweltschädlichen Materialien verwenden. Toxische und giftige Inhaltsstoffe sind hier ausgeschlossen. Alle eingesetzten Stoffe befinden sich dazu in einem natürlichen Kreislauf. „Mit Greenspeed führen wir eine Produktreihe in unserem Sortiment, die diese Vision konsequent umsetzt“, so Bönsch. „Bei Greenspeed garantieren wir einen vollständigen Herstellungsprozess in einer Ökofabrik. Dazu gehört auch, dass die Verpackungen zu 75 Prozent aus nachwachsenden, pflanzenbasierten Rohstoffen und zu 25 Prozent aus recyceltem Kunststoff besteht.“ Durch das Recycling und die Möglichkeit, Verpackungen wiederzuverwenden, wird die Abfallproduktion drastisch gesenkt. Auswirkungen auf die Leistung der Produkte hat dies nicht: Alle Reinigungsmittel werden nicht nur kontinuierlichen Umwelttests unterzogen, sondern müssen sich stetigen Qualitätsprüfungen stellen. Hier stehen die nachhaltigen Produkte ihrer „ultra-power“- Konkurrenz in nichts nach.

Umweltbewusstsein lohnt sich
Laut einer Green-Office-Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) ist der Hauptgrund für die Umsetzung umweltgerechter Maßnahmen ein besseres Image, dicht gefolgt von Kosteneinsparungen. Dass Letzteres zutrifft, zeigt der sogenannte „Sustainability Value Score“ (SVS): Demnach ist die Nachhaltigkeit eines Unternehmens ein wesentlicher Aspekt der Reputation und gehört zum wertvollsten Kapital eines Unternehmens. Das heißt: Wer selbst umweltfreundlich handelt, wird bei den Kunden positiver wahrgenom-men – und steigert so den Umsatz.

Dennoch ist für viele Unternehmen beim Einkauf grüner Produkte der scheinbar höhere Preis eine Hürde. Laut Bönsch eine Fehlkalkulation: „Die Unterschiede bei den Produktkosten sind gar nicht so gravierend“, erläutert der Cleaning & Hygiene-Experte. „Wichtiger ist es, den gesamten Einkaufsprozess zu betrachten und mögliche Einsparungspotenziale bei den Prozess- und Verbrauchskosten zu nutzen.“ Die eigentliche Frage muss also lauten: Wie werden Produkte bestellt? Und: Wie werden sie verwendet und wieder entsorgt? Hier sind beträchtliche Einsparungen möglich, auch wenn das reine Produkt zunächst ein wenig teurer erscheint. „Das versuchen wir, unseren Kunden bewusst zu machen und erarbeiten mit ihnen entsprechende Einsparpotenziale“, so Bönsch. „Schließlich ist auch im ‚grünen Büro’ nicht der Einzelpreis eines Produkts entscheidend, sondern die ‚Total Costs of Ownership’.“ Office Depot versteht sich beim Thema Nachhaltigkeit als Service-Partner, ergänzt der 47-Jährige. „Unser Ziel ist es, in einigen Jahren ausschließlich ‚grüne Produkte’ anzubieten.“