Gewinner des Intec-Preises

Im Rahmen der Eröffnung der Messen Intec und Z wurden am Abend des 23. Februar im Congress Center Leipzig die Intec-Preise vergeben. Mit der Auszeichnung würdigt die Leipziger Messe herausragende Entwicklungen der Aussteller an Werkzeugmaschinen und deren Peripherie oder innovative Lösungen für die Fertigungs- und Automatisierungs-technik. Darüber hinaus erfolgt die Verleihung des Intec-Nachwuchspreises zur Förderung besonders engagierter und innovativer Nachwuchskräfte.

Die Werkzeugmaschinenfabrik Glauchau GmbH siegte in der Kategorie „Unternehmen bis 100 Mitarbeiter“. Zum Wettbewerb eingereicht wurde ein innovatives Kühlverfahren, das die Energieeffizienz bei Schleifmaschinen erhöht. In der Kategorie „Unternehmen über 100 Mitarbeiter“ konnte sich die EMUGE-Werk Richard Glimpel GmbH & Co. KG aus Lauf an der Pegnitz mit einer wegweisenden Lösung für Gewindetechnologie durchsetzen. Den Nach-wuchspreis erhielt Oliver Georgi von der NILES-SIMMONS Industrieanlagen GmbH. Noch bis Freitag, den 27. Februar, präsentieren auf dem Leipziger Messe-Doppel Intec und Z mehr als 1.400 Aussteller aus insgesamt 33 Ländern Neuheiten aus der metallbearbeit-enden Industrie und der Zulieferindustrie. Zum Wettbewerb aufgerufen waren alle Aussteller der Intec. Insgesamt 41 Beiträge wurden der Expertenjury aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zur Entscheidung vorgelegt.

Innovatives Kühlverfahren aus Glauchau erhält den Intec-Preis
Für eine Weltneuheit, eine kryogene Kühlung zur Erhöhung der Energieeffizienz bei Innen-rund-, Universalrund- und Wälzlagerschleifmaschinen, würdigt die Jury die Werkzeugma-schinenfabrik Glauchau GmbH in der Kategorie „Unternehmen bis 100 Mitarbeiter“ mit dem Intec-Preis. Die Entwicklung des Glauchauer Unternehmens in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU, Chemnitz leitet eine neue Generation von Schleifmaschinen ein und revolutioniert den Bearbeitungsprozess. Bei dem neuen Verfahren zur Werkstückkühlung und Werkstückschmierung wird flüssiges Kohlendioxid als kryogenes Gas in die Kontaktstelle zwischen Schleifkörper und Werkstück definiert eingeleitet. Hierzu wurden spezielle Düsen entwickelt und optimiert. Über ein ebenfalls neu entwickeltes und prozessspezifisches Zwei-Kanal-Minimalmengenschmier-system erfolgt die Schmierung mit einem Öl-Luftgemisch unmittelbar an der Schleifstelle. Der besondere Effekt besteht darin, dass für den Schleifprozess keinerlei Kühlschmierstoff erforderlich ist und mit dem kryogenen Schleifprozess die höchsten Anforderungen an die Oberflächengenauigkeit erzielt werden.

Den 2. Platz erreichte die JAKOB Antriebstechnik GmbH für das neuentwickelte Motor-spindelschutzsystem M³, das die Motorspindel einer Werkzeugmaschine vor kollisions-bedingter Überlast schützt. Der dritte Platz in dieser Kategorie wurde zum ersten Mal gleich an zwei Bewerber vergeben. Das Unternehmen Gelber Bieger GmbH aus Losheim im Saarland überzeugte mit der Entwicklung und Herstellung des C. B. S. – Compact Bender Stick –als branchenweit kleinste akkubetriebene hydraulische Presse. Die OPTEG GmbH war mit dem weltweit ersten automatischen, robotergestützten Be- und Entladesystem für Ionenstrahl-Formkorrekturanlagen zum Handling großformatiger Werkstücke für die Präzisionsfertigung ebenso erfolgreich.

Intec-Preis für neuartige Gewindetechnologie
In der Kategorie „Unternehmen über 100 Mitarbeiter“ vergab die Jury den Intec-Preis an die EMUGE-Werk Richard Glimpel GmbH & Co. KG für die Entwicklung einer neuen Gewinde-technologie. Bisher folgen konventionelle Gewindebohrer oder Gewindeformer bei der Gewindeerstellung der Geometrie des Gewindes. Die Schneid- oder Formzähne des Werk-zeuges legen einen entsprechend langen Weg zurück, was bisher rund zwei Sekunden Zeit kostete. Das in Zusammenarbeit mit einem Automobilhersteller entwickelte Verfahren zeichnet sich durch eine innovative Vereinfachung dieses Prozesses aus und benötigt für die Gewindeformung nur noch eine halbe Sekunde, was einer Zeitersparnis von 75 Prozent entspricht.

Die SEW Eurodrive GmbH & Co. KG aus Baden-Württemberg wird mit ihrem neuartigen Energiespeichersystem für mobile und stationäre Antriebsapplikationen mit dem 2. Platz gewürdigt. Die Antriebslösung reduziert bei ihrem Einsatz in der Intralogistik und Produktion erheblich die Infrastrukturkosten und minimiert gleichzeitig die Energiebedarfe der Anlagen.

Ebenfalls den zweiten Platz belegte die Niles-Simmons Industrieanlagen GmbH mit einer neuartigen Fertigungsanlage, die die Kombination von Universal- und Feinstbearbeitung von Lagergeometrien mithilfe eines Dreh-Bohr-Fräskopfes und einer Genauigkeits-Drehräumeinheit ermöglicht. Die Jury würdigte vor allem das hohe Zukunftspotenzial der Innovation.

Den dritten Rang sicherte sich die GROB-WERKE GmbH & Co. KG aus Bayern mit einem webbasierten System zum prozessnahen Management von Werkzeugmaschinen in verteilten Fertigungs- und Produktionsprozessen.

Diplomarbeit überzeugt bei Nachwuchspreis
Der Intec-Nachwuchspreis ging an die NILES-SIMMONS Industrieanlagen GmbH und Oliver Georgi. Im Rahmen seiner Diplomarbeit im Bereich Maschinenbau und Produktionstechnik an der TU Chemnitz wurde Oliver Georgi mit der Aufgabe betraut, Möglichkeiten zur Opti-mierung des Arbeitsraumes einer Werkzeugmaschine von NILES-SIMMONS Industrie-anlagen GmbH zu analysieren, Auswirkungen auf den Bearbeitungsprozess zu beschrei-ben sowie Ableitungen für technologische Anwendungsfälle zu definieren. Das Ergebnis der eingereichten Diplomarbeit war so überzeugend, dass es auf weitere Baureihen des Unternehmens übertragen wird und Oliver Georgi nach seinem Abschluss von NILES-SIMMONS übernommen wurde. Dieses Beispiel für ein förderndes und forderndes Nachwuchs-Engagement überzeugte auch die Jury.

Für eine ingenieurtechnische Projektarbeit zur Herstellung von Gestellbaueinheiten aus Granit für Bearbeitungszentren mit höchster Fertigungsgenauigkeit erzielte Lars Neuge-bauer von der Heckert GmbH den 2. Platz. Mit dem dritten Platz erkennt die Jury die Nachwuchsarbeit von Martin Schwager von der sh-elektronik GmbH als ein Best-Practice-Beispiel dafür an, wie man mit einem fokussierten Einsatz bestehender Ressourcen erfolgreich im Wettbewerb um die „besten Köpfe“ bestehen kann.

Die Leipziger Messen Intec und Z vom 24. bis 27. Februar 2015 sind mit 1.433 Ausstellern aus 33 Ländern ein Messetermin für die metallbearbeitende Branche. Im Fokus stehen die Fertigungstechnik für die Metallbearbeitung und die Zulieferindustrie.