Gaspreise auf Zweijahreshoch

Die Strompreise im Gewerbe- und Industriekundensektor halten im November ihr hohes Niveau. Eine leichte Senkung gegenüber Oktober ist beim ISPEX-Strompreisindex zu verzeichnen, das Preisniveau bleibt aber hoch. Bei den Gaspreisen hingegen ging es in die andere Richtung: Unternehmen mussten im Vergleich zu Oktober nochmals etwa 0,15 Cent je Kilowattstunde mehr auf den Tisch legen. Das sind die Ergebnisse aus der monatlichen Analyse der Strom- und Gaspreisentwicklungen, die der Energiedienstleister ISPEX für den Monat November vorgenommen hat.

Lieferjahre 2018 und 2019: Strompreise halten Niveau
Für die kommenden Jahre 2018 und 2019 waren an den Großhandelsplätzen im November nur ganz leichte Ausschläge zu beobachten. Der Monat endete auf fast demselben Preisniveau wie er gestartet war. Für das Jahr 2020 hingegen waren deutlichere Preisschwankungen festzustellen. In der zweiten Oktoberhälfte stiegen die Preise wegen des eventuellen Einstiegs in den Kohleausstieg im Zusammenhang mit der Jamaika-Koalition deutlich. Das Abbrechen der Sondierungsgespräche ließ die Preise jedoch dann wieder sinken. Die Preise fielen um zwei Euro je Megawattstunde. Das hat zur Folge, dass die Strompreise für das Lieferjahr 2020 jetzt wieder unter denen für 2018 notieren.

Strompreisindex: Unternehmen müssen weiterhin tief in die Tasche greifen
Mit 3,845 Cent je Kilowattstunde ist der ISPEX-Strompreisindex nur wenig unter das Preisniveau von 3,908 Cent je Kilowattstunde des Vormonats gesunken. Damit befindet er sich im November aber weiterhin auf einem Höhenflug. Unternehmen müssen bei der Strombeschaffung nach wie vor tief in die Tasche greifen.

„Für Unternehmen, die 2017 neue Verträge für die Stromlieferung ab 2018 abschließen mussten, liegt der Preisanstieg gegenüber den bisherigen Konditionen häufig bei etwa einem Cent je Kilowattstunde“, macht Andreas Seegers, Vorstand der ISPEX AG, auf die Situation aufmerksam. „Bei Unternehmen, die in der Vergangenheit besonders günstige Einkaufszeit-punkte nutzen konnten, fallen die Mehrkosten sogar noch deutlicher aus“, ergänzt der Marktexperte.

Der Großteil der Gewerbe- und Industriekunden hat den Stromeinkauf für das Frontjahr erledigt und beschäftigt sich nun mit den Terminmarktpreisen für die folgenden Jahre ab 2019. Bedenkt man die positiven Konjunkturerwartungen und die sich weiterhin im Höhenflug befindlichen Preise für Gas, Kohle sowie die CO2-Emissionsrechte, gehen die Experten von einem konstanten Preisniveau für die nächsten Wochen aus.

Gaspreise erreichen Höchststand seit zwei Jahren
In der ersten Novemberhälfte erlebten die Gaspreise an den Großhandelsplätzen einen deutlichen Preisschub. Für das Frontjahr 2018 erhöhten sich die Preise um fast einen Euro je Megawattstunde. Für die Folgejahre 2019 und 2020 stiegen die Preise immerhin um etwa 50 Cent je Megawattstunde. In den letzten beiden Novemberwochen hingegen entwickelten sich die Preise für die Lieferjahre in verschiedene Richtungen. Nach einem kurzen Preisabfall Mitte November zogen die Preise für das Frontjahr wieder an. Die Preise für die Lieferjahre 2019 und 2020 hingegen fielen leicht ab.

Die Konditionen für Gewerbe- und Industriekunden waren damit im November im Durchschnitt um einiges schlechter als die Einkaufsbedingungen im Oktober. Der von ISPEX ermittelte Gaspreisindex kletterte auf 1,906 Cent je Kilowattstunde. Das sind etwa 0,15 Cent je Kilowattstunde mehr als im Oktober. Damit befindet sich der Gaspreis auf dem Höchststand der letzten zwei Jahre. Auch beim Gaseinkauf müssen Unternehmen also Mehrkosten verdauen.

„Bei einem anhaltend hohen Preisniveau für Kohle und Öl dürfte die weitere Entwicklung der Erdgasnotierungen in den kommenden Wochen in erster Linie durch die Entwicklung der Temperaturen im Vergleich zur Normtemperatur bestimmt werden“, prognostiziert Marktexperte Seegers und beruhigt, dass „angesichts ausreichender Speicherstände und einer stabilen Versorgungssituation aus Norwegen und Russland bei einem normalen Winterverlauf derzeit keine gravierenden Preisausschläge erwartet werden.“