Transporte: Anhaltender Fahrermangel

Die Transporeon Group hat unter mehr als 1.000 europäische Straßentransport-unternehmen eine Befragung zur Markteinschätzung und aktuellen Geschäftssituation durchgeführt. Die Ergebnisse wurden jetzt in dem Report „Kapazitäten, Preise & Technologien: Erhebung über den europäischen Straßengüterverkehr 2018“ veröffentlicht. Die wichtigsten Erkenntnisse: Knapp zwei Drittel der Spediteure rechnen dieses Jahr mit einem Preisanstieg um bis zu fünf Prozent. Als Gründe hierfür nennen die Befragten den anhaltenden Fahrermangel (57 Prozent), gefolgt von zu geringen Transportkapazitäten (46 Prozent) bei gleichzeitig steigenden Frachtaufkommen (40 Prozent). Kurzfristige Abhilfe könnten mehr digitale Prozesse schaffen. 67 Prozent der befragten Unternehmen sind überzeugt, ihre Situation durch Digitalisierung verbessern zu können.

Der Fahrermangel hat für die Mehrheit der Straßentransportunternehmen dieses Jahr den größten Einfluss auf das Tagesgeschäft, gefolgt von der Entwicklung der Diesel- und Kraftstoffpreise und der fortschreitenden Regulierung der europäischen Transportmärkte. 2017 spielten in der Wahrnehmung der Befragten hingegen vor allem Schwankungen hinsichtlich der Nachfrage nach Transportkapazitäten und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung gemeinsam mit dem Fahrermangel die wichtigste Rolle bei der Geschäftsentwicklung. Diese verlief 2017 für das Gros der Straßentransportunternehmen positiv: 78 Prozent der Spediteure konnten ihren Umsatz im vergangenen Jahr steigern, 43 Prozent der Befragten sogar um mehr als fünf Prozent.

Dieses Jahr rechnen die meisten Unternehmen angesichts der stabilen konjunkturellen Lage ebenfalls mit steigenden Umsätzen (80 Prozent). Um Engpässen bei den Transportkapazitäten zu begegnen, wollen 51 Prozent der Befragten ihre Lkw-Kapazitäten ausbauen. 71 Prozent planen zusätzliche Fahrzeuge zu kaufen oder zu mieten sowie neue Fahrer einzustellen. Diese lassen sich in Zeiten chronischen Fahrermangels jedoch schwer finden. Mehr Erfolg verspricht der Ansatz, die eigene Lkw-Flotte durch Hinzunahme weiterer Subunternehmer zu vergrößern. Das beabsichtigen immerhin 55 Prozent der Befragten. 16 Prozent wiederum ziehen in Betracht, kurzfristig Kapazitäten am Spotmarkt zu kaufen.

„Die insgesamt im europäischen Markt verfügbare Transportkapazität lässt sich kurz- und mittelfristig nur durch Effizienzsteigerungen erhöhen. In diesem Zusammenhang sehen auch mehr als zwei Drittel der Speditionen einen weiteren Ausbau digitaler Prozesse als Chance – beispielsweise, um neue Kunden für passende Anschlussladungen zu gewinnen. Zudem könnte ein Großteil des fehlenden Frachtraums durch eine bessere Vernetzung der Unternehmen und eine intelligente Auslastung gewonnen werden. Hierfür sind erweiterte digitale Konzepte zwischen der verladenden Industrie und den Speditionen der zentrale Schlüssel“, erklärt Thomas Einsiedler, Chief Product Officer Transporeon Group.

Der Report „Kapazitäten, Preise & Technologien: Erhebung über den europäischen Straßengüterverkehr 2018“ kann auf der Website von Transporeon kostenlos heruntergeladen werden.