Energiekonto managt Ausschreibungen

Die Meine-Energie GmbH aus Senftenberg hat mit dem Energiekonto ein softwarebasiertes Verfahren entwickelt, das Unternehmen bei der Beschaffung von elektrischer Energie und der Optimierung des Verbrauchsverhaltens unterstützt. Das webbasierte Energiekonto kann jetzt auch Ausschreibungen managen.

Wenn man für ein Unternehmen mit verteilten Standorten Strom und/oder Gas beschaffen muss, ist es besonders aufwändig die dafür notwendigen Daten zu beschaffen und an die Lieferanten weiterzugeben. Der Ausschreibungsprozess soll für Einkäufer mit Hilfe des Energieportals unter www.meine-energie.de einfacher werden. Die für die Ausschreibung benötigten Verbrauchsdaten werden vollautomatisch in das webbasierte Energiekonto übernommen, so dass sich der Einkäufer ganz auf die Beschaffung konzentrieren kann.

Die einzelnen Lieferstellen an den Unternehmensstandorten lassen sich im Energiekonto zu Losen und Szenarien zusammenfassen. So können beispielsweise Liegenschaften nach Bundesland gruppiert oder Produktionsstätten nach ihrem Abnahmeverhalten strukturiert werden. Diese Lose können zum einen dafür genutzt werden, um Optimierungen in der Beschaffung zu simulieren, und zum anderen, um konkrete Ausschreibungen vorzubereiten.

Die Lose werden anschließend mit einem Referenzzeitraum versehen. Dieser gibt an, für welchen Zeitraum die jeweiligen Lieferanten die historischen Verbrauchsdaten erhalten sollen. Diese Daten benötigen die Lieferanten, um ein aussagekräftiges Angebot unterbreiten zu können. Daneben wird die Angebotsfrist definiert, die Dauer der Bindefrist und es wird eine Antwortmail hinterlegt, an die Angebote der Lieferanten gesendet werden sollen. Sie können dann noch auswählen an welche Lieferanten die Ausschreibung gesendet werden sollen. Den Rest erledigt das Energiekonto laut Meine-Energie GmbH vollautomatisch.

Sind die Eingaben getätigt, erhält der Lieferant eine E-Mail mit zwei Dateien. Die erste enthält ein Anschreiben mit den erforderlichen Daten zu den Lieferstellen (Zählpunkt, Verteilnetzbetreiber), dem Lieferzeitraum und Angaben zu Gesamtmenge, Leistung und Benutzungsstunden. In der zweiten Datei findet der Lieferant die historischen Verbrauchs- daten für den Referenzzeitraum. Auf dieser Basis bekommen die Lieferanten automatisch alle notwendigen Daten, um ein individuelles Angebot kalkulieren zu können, so Meine-Energie. Versendete Ausschreibungen werden protokolliert, so dass der Einkäufer auch den Überblick behält, welche Angebote noch ausstehen.

Derzeit sind neun bundesweit aktive Lieferanten als Partner gelistet, darunter die Energiehandel Dresden GmbH und die meistro Energie GmbH. Die ersten Praxiseinsätze haben laut Meine-Energie GmbH gezeigt, dass durch den Einsatz des Energiekontos, die Verbrauchsstruktur in Unternehmen mit geringem Einsatz optimiert werden kann. Dies führte beispielsweise in einem Landwirtschaftsbetrieb zu einer Einsparung von sieben Prozent im Vergleich mit dem bisherigen Energieliefervertrag.

Einkauf und Energie-Controlling

Das Energiekonto hat unterschiedliche Funktionen: Zum einen bietet es eine transparente Darstellung des individuellen Verbrauchsverhaltens – je Verbrauchsstelle, für einzelne Energieverbraucher oder aber auch kumuliert für das ganze Unternehmen mit allen Standorten. Zum anderen stellt es alle relevanten Informationen für die Beschaffung zur Verfügung und unterstützt so die Erstellung entsprechender Ausschreibungen. Dazu liefert es laut Meine-Energie die Basis für ein aktives Energie-Controlling, mit dem das eigene Verbrauchsverhalten optimiert werden kann, unabhängig davon, wie viele Messstellen oder Standorte erfasst werden. Auf diese Weise wird zum Beispiel sofort ersichtlich, wann und wo eine ungewollte Lastspitze aufgetreten ist, und vor allem, wie sich diese auf die Kosten ausgewirkt hat. Sobald eine entsprechende Datenbasis zur Verfügung steht, lassen sich über meine-energie.de auch Benchmarks durchführen, so dass sich Unternehmen mit Firmen ähnlicher Größe und Ausrichtung vergleichen können.

Die Meine-Energie GmbH richtet sich mit ihrem Angebot an Unternehmen ab einem Stromverbrauch von 100.000 Kilowattstunden bis 10 Gigawattstunden pro Jahr und darüber hinaus. Zielgruppen des Portals sind der Einzelhandel, mittelständische Unternehmen und Industriebetriebe in Österreich und in Deutschland.

Die Kosten für das Energiekonto liegen bei einer Monatsgebühr von 30 Euro pro Messstelle (bei jährlicher Zahlung und zuzüglich einer einmaligen Einrichtungsgebühr von 49 Euro). meine-energie.de arbeitet eigenen Angaben zufolge neutral, vertraulich und ohne Bevorzugung einzelner Anbieter. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über die Monatsgebühr. Interessenten können sich einen Demo-Account zum Testen der Plattform einrichten lassen.