Digitalisierung verändert die Geschäftsmodelle

In der Digitalisierung liegen die großen neuen Erfolgsstrategien für Einkauf und Supply Chain Management, darin waren sich die Experten auf den eLösungstagen des Bundes-verbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik einig. Die h&z Unternehmensberatung hat mit Anwendern aus der Industrie und Software/IT-Experten über die Herausforderungen und sich abzeichnende Lösungsansätze gesprochen. Zwar wird das Thema IT-Sicherheit von allen nach wie vor als große Hürde eingestuft insbesondere in der Umsetzung von Cloud-Lösungen, doch die digitalen Technologien bieten schon heute ungeahnte Möglich-keiten.

„Gerade aus der Vernetzung aller internen und externen Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette ergeben sich neue Wettbewerbsvorteile, die es jetzt zu ergreifen gilt“, ist sich Klaus Katzer, Partner bei h&z, sicher. „Damit die digitale Transformation im Unter-nehmen erfolgreich ist, müssen die Mitarbeiter auf dem Weg integriert und involviert werden.“ Darin sehen die Experten neben der IT-Sicherheit die größte Herausforderung des Einkaufs 2020. Galt früher der Spruch, dass die Schnellen die Langsamen fressen, heißt es schon bald: „Die gut Vernetzten fressen die nicht so gut Vernetzten.“

Digitalisierung als neue Differenzierungschance und Kostensenkungspotenzial
Wertschöpfungsketten in der Rohstoffindustrie sind teilweise gekennzeichnet von hohen Lagerbeständen und Reichweiten sowie der Selbstoptimierung einzelner Marktteilnehmer. Effizienzpotenziale durch herkömmliche Instrumente wie Einkaufsbündelung oder Portfolio-bereinigung sind häufig bereits ausgeschöpft.

In dieser Situation bietet der Einsatz digitaler Technologien neue Möglichkeiten, sich vom Wettbewerb zu differenzieren, sich mit Kunden und Lieferanten zu vernetzen, aber auch Kosten zu senken. Die Baustelle eines Kunden könnte beispielsweise mit einer IP-Adresse und die anzuliefernden Produkte mit RFID-Chips versehen werden. Unterstützt durch intelligente Prognosemodelle werden so Anlieferzeiten, Reichweiten und Lagerbestände optimiert und Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette gesenkt. „Das setzt eine konsistente Digitalisierungsstrategie, transparente Datenstrukturen, flexibel konfigurierbare Prozesse und inkrementelle Umsetzungsziele voraus. Auch die IT-Sicherheit muss berück-sichtigt und Kunden, Lieferanten sowie Mitarbeiter überzeugt werden.

Neue Chance für komplexe Lieferketten
Komplexe Lieferketten mit vielen Wertschöpfungsstufen, fragmentierte Datenstrukturen und festgefahrene Paradigmen stellen Einkäufer vor besondere Herausforderungen. Sie leiden unter den dadurch erzeugten, intransparenten Strukturen. Der Einkauf kann das Risiko-management nur schwer steuern.

Hier ergeben sich mittels digitaler Technologien neue Ansätze, die Risiken entlang der Supply Chain frühzeitig zu identifizieren und sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Das erfordert die Digitalisierung großer Datenmengen und unterschiedlicher Datenquellen entlang der gesamten Wertschöpfungskette wie beispielsweise Lieferantenbewertungen und -ratings, Länderrisiken, geologischen Gegebenheiten und Rohstoffverknappungen. Auf der Ebene des Top Managements braucht es dazu eine Digitalisierungsstrategie und eine Vorstellung von dem zu erwartenden Wertbeitrag. In der Umsetzungsphase selbst sind Schritttempo, die richtige Prioritätensetzung, ein kompetentes Projektteam und von ihren neuen Einkaufsrollen überzeugte Mitarbeiter wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Trans-formation.

Comments are closed.