Chemie und Metall/Elektro treiben die Wirtschaft

Die deutsche Konjunktur trotz einer Rezession und wächst im ersten Quartal wider Erwarten um 0,5 Prozent. Die andauernde Staatsschuldenkrise dämpft allerdings das Wachstum in der Euro-Zone. Dies zeigt auch der Creditreform Wirtschaftsindikator, der leicht auf +11,0 Punkte gefallen ist (Vorquartal: +11,8 Punkte). Die deutsche Wirtschaft zeigt sich etwas geschwächt, konnte sich jedoch auf gutem Niveau stabilisieren. Die Erwar-tungen für das kommende Quartal stellen sich weitaus besser dar – die Prognose für den Wirtschaftsindikator liegt bei 11,9 Punkten.

Geschäftsklima: Lage bricht ein, hohe Erwartungen
Die Wirtschaft im Euro-Raum leidet zunehmend unter der Staatsschuldenkrise. In den kommenden Monaten ist zu-mindest für Deutschland Hoffnung in Sicht. Die deutsche Binnenkonjunktur setzt Wachstumsimpulse, aber auch die Exportwirtschaft zieht im Zuge einer belebenden Weltnachfrage wieder an. Im Sog der sinkenden Wirtschaftsleistung in den europäischen Nachbarstaaten wird das nationale Wachstumstempo allerdings moderat ausfallen. Die Konjunkturprognosen gehen für 2012 in Deutschland von einem Wachstum von über einem Prozent aus. Der Creditreform Geschäftsklimaindex hat sich im ersten Quartal 2012 um 6,9 Zähler auf +27,0 Punkte verringert. Maßgeblich war der Einbruch des Teilindex Lage von +43,9 Punkten im Vorquartal auf +19,7 Punkte. Dafür erhöhte sich der Teilindex Erwartungen von +24,4 Punkten im Vorquartal auf +34,8 Punkte. Im Hinblick auf die einzelnen Konjunkturindikatoren brach die Umsatzlage massiv ein (+3,1 Punkte; Vorquartal: +39,4 Punkte) und der Teilindex Ertrag befindet sich sogar im negativen Bereich (-10,2 Punkte). Der Be-schäftigungsbeitrag bleibt vorerst positiv (+12,1 Punkte). Deutlich verbessert notieren die Werte für die Umsatz-, Ertrags- und Beschäftigungs-erwartungen (+27,6;+13,6 Punkte;+17,2 Punkte).

Die positive konjunkturelle Dynamik der letzten beiden Jahre hat die Unternehmen gestärkt. Weiter verringert hat sich dementsprechend das Insolvenzrisiko, das mittels des Credit-reform Risikoindikators (CRI) gemessen wird. Derzeit kommen auf 10.000 wirtschaftsaktive Unternehmen 213 Firmen (Vorquartal: 215 Firmen), die zumindest ein Negativmerkmal aufweisen, etwa erhebliche Zahlungsverzögerungen oder einen Insolvenzantrag. Der mittlere Bonitätsindex verharrte bei 263 Punkten. Das Zahlungsverhalten der Unternehmen hat sich in den letzten Monaten verschlechtert. So erhöhte sich der durchschnittliche Zahlungsverzug auf 13,61 Tage (Vorquartal: 13,24 Tage). Die gewichtete Überfälligkeit hat sich damit schon drei Quartale in Folge erhöht, so dass verstärkte Wachsamkeit geboten ist.

Industriesektoren Chemie und Metall/Elektro treiben die deutsche Wirtschaft
Die nach wie vor robuste Lage der deutschen Wirtschaft spiegelt sich mitunter in der kräftigen Entwicklung konjunkturabhängiger Branchen wie der chemischen Industrie wider. Aber auch die Metall- und Elektroindustrie konnte noch einmal leicht zulegen. Das Transport- und Logistikgewerbe behält jedoch die rote Laterne unter den Branchen. Nach unten zeigt der Branchenindex vor allem bei den Dienstleistern und im Baugewerbe.

Tabelle: Branchenindex Quelle: Creditreform