Aktives Portfoliomanagement senkt Ausfallrisiken

Ein konsequentes Risikomanagement verringert die Ausfallwahrscheinlichkeiten innerhalb des Geschäftspartnerportfolios deutlich. Das geht aus der aktuellen, vom Data- und Analytics-Anbieter Bisnode durchgeführten Studie „Risikomanagement im Benchmark – Geschäfts-partner-Risiken erkennen und nachhaltig reduzieren 2017“ hervor. Die Studie ist eine Fortführung der Untersuchung der Geschäftspartner-Risiken aus dem Jahre 2015. Untersucht wurde die Entwicklung des Ausfall- und Zahlungsverzugsrisikos von über 300 realen internationalen Geschäftspartnerportfolien im Zeitraum von 2010 bis 2017. Insgesamt umfassen die betrachteten Portfolien rund eine viertel Million Geschäftsbeziehungen zu internationalen Kunden und Lieferanten überwiegend deutscher, mittelständischer Unternehmen.

Rund 13 Prozent der im Rahmen der Studie betrachteten deutschen Geschäftspartner wird ein überdurchschnittliches Ausfallrisiko bescheinigt, seit 2010 mit abnehmender Tendenz. Global sind 19 Prozent der Kunden und Lieferanten mit einem solchen Risiko behaftet. Die Entwicklung der Risikoverteilung in den untersuchten Portfolien zeigt, dass es rund 90 Prozent der Unternehmen gelungen ist, den Anteil stark ausfallgefährdeter Geschäftspartner über einen stringenten Risikomanagement- und aktiven Portfoliomanagementprozess zu senken – das sind fünf Prozentpunkte mehr als 2015. Drei Viertel der Unternehmen haben den Anteil der Geschäftspartner mit einem überdurchschnittlichen Ausfallrisiko unter 20 Prozent gesenkt. Am erfolgreichsten waren dabei die Risikomanager kleiner Portfolien mit weniger als 250 Geschäftspartnern.

Der Anteil der unpünktlichen Zahler ist jedoch in 2017 gegenüber 2012 in rund 90 Prozent der untersuchten Portfolien gestiegen. Damit bestätigt sich der Trend der Vorjahre. 2017 zahlten 55 Prozent der Kunden und Lieferanten ihre Rechnungen mit Verzug. Dieser Anteil stieg somit innerhalb von fünf Jahren um 17 Prozent. Auch der Anteil fristgerechter Zahler unter den deutschen Unternehmen nimmt deutlich ab. Dieser ist in den vergangenen fünf Jahren um rund 20 Prozentpunkte auf etwa 55 Prozent gesunken. Somit hat sich das Zahlungs-verhalten der deutschen Unternehmen schneller verschlechtert als im Gesamtportfolio. Beim Zahlungsverhalten rangiert Deutschland damit nicht mehr allein an der Spitze, sondern in einer Reihe zusammen mit Österreich, Schweiz und Tschechien. Dort hat sich der Anteil der säumigen Zahler in den letzten Jahren deutlich reduziert.

Weitere Studienergebnisse
• Bei Geschäftspartnern aus den USA liegt der Anteil der Unternehmen mit einem überdurchschnittlichen Ausfallrisiko bei unter 20 Prozent, aus Westeuropa bei rund 26 Prozent, aus Osteuropa bei 35 Prozent und aus dem Rest der Welt zwischen 60 und 70 Prozent.
• Die Branchenanalyse zeigt nicht nur deutliche Unterschiede in den einzelnen Branchen hinsichtlich des Anteils von Geschäftspartnern mit einem überdurchschnittlichen Ausfallrisiko, sondern auch eine hohe regionale Spezifik.
• Im Forderungs- und Kreditmanagement gelingt es den Anteil und die Forderungsbestände gegenüber der säumigen Zahler aus dem Ausland zu reduzieren.
• Unter den Lieferanten nimmt der Anteil säumiger Zahler auf 81 Prozent zu. Diese Erhöhung lässt in Zukunft höhere Risiken in der Supply Chain erwarten.

„Die branchen- und länderübergreifend beachtlichen Divergenzen und die insgesamt nicht unerhebliche Höhe des Anteils mit überdurchschnittlichem Ausfallrisiko bewerteter Unter-nehmen zeigen die überragende Bedeutung eines Risikomanagementprozesses, der sich auf die langfristige und kontinuierliche Überwachung dieser Ausfallrisiken aller relevanten Geschäftspartner fokussiert. Dazu zählen die fortwährende Überprüfung bestehender Geschäftsbeziehungen und eine konsequente Trennung von stark ausfallgefährdeten Partnern, ebenso wie die frühzeitige kritische Risikobewertung neuer Geschäftspartner“, so Michael Seifert, Senior Manager Business Consulting, Bisnode Deutschland GmbH.