Ab Sommer freier Handel mit Südkorea

Das EU-Parlament hat am 17. Februar Grünes Licht für das Freihandelsabkommen mit Südkorea gegeben. Dieses kann nun wie geplant im Juli 2011 in Kraft treten. Innerhalb von fünf Jahren sollen fast alle Schutzzölle abgebaut werden.„Damit wird der Weg frei für zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten in Milliardenhöhe“, sagte Dr. Hannes Hesse, Hauptgeschäftsführer des VDMA.

Die EU-Länder importierten 2009 Waren im Wert von 32 Milliarden Euro aus Südkorea. Das Exportgeschäft der deutschen Investitionsgüterindustrie nach Korea verläuft laut VDMA zur Zeit äußerst erfreulich. Bis November 2010 lieferte die Branche Maschinen- und Anlagen im Wert von 2,4 Milliarden Euro nach Korea. Dies entsprach einer Steigerung um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dies ist umso bemerkenswerter, als im Krisenjahr 2009 das Geschäft mit Korea gegen den Trend stabil geblieben war. Das Freihandelsabkommen wird dieser positiven Entwicklung Nachhaltigkeit verleihen, heißt es vom Verband der Maschinen- und Anlagenbauer.

Der VDMA hat die EU-Kommission in ihren Bemühungen für ein Freihandelsabkommen mit Korea von Anfang an unterstützt, obwohl die Branche grundsätzlich multilaterale Lösungen innerhalb der WTO favorisiert. Allerdings sind bilaterale Abkommen unerläßlich, wenn dadurch Wettbewerbsnachteile für die Unternehmen vermieden werden können, wie dies insbesondere für Korea der Fall war. So hatte Korea bereits vor einiger Zeit ein Freihandelsabkommen mit den EFTA-Staaten inkl. des starken Wettbewerbers Schweiz abgeschlossen.

„Das Freihandelsabkommen wird unsere Wettbewerbsfähigkleit im koreanischen Markt signifikant erhöhen“, sagt Kai Vogt, Director International Business Development der centrotherm photovoltaics AG in Blaubeuren. Der sofortige Wegfall von Zöllen für rund zwei Drittel der Warengruppen im Maschinenbau erhöht schlagartig die Attraktivität deutscher Produkte auf dem koreanischen Markt und verbessert die Lage der deutschen Investitionsgüterindustrie, insbesondere gegenüber dem Wettbewerb aus Japan, China und den USA.

„Wir hoffen, dass die EU-Kommission nach diesem ambitionierten Abschluss nun ihre Kräfte auf die ebenfalls wichtigen Märkte Indien und Brasilien konzentriert“, unterstrich Dr. Hesse.

Hintergründe zu den Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und Südkorea sowie zu den Inhalten des Freihandelsabkommen stellt die Europäische Kommission online zur Verfügung: The EU-South Korea Free Trade Agreement (FTA)