15 Jahre LogiMAT in Stuttgart

Vom 14. bis 16. März 2017 findet auf dem Messegelände Stuttgart die 15. LogiMAT statt. An der Veranstaltung 2016 nahmen 1.280 internationale Aussteller aus 32 Ländern teil, um in acht Hallen ihre aktuellen Lösungsangebote und Produktentwicklungen für eine intelligente, zukunftsfähige Intralogistik zu präsentieren. Die Messe gibt einen vollständigen Marktüber-blick und gilt mittlerweile als weltweit größte Fachmesse für Intralogistik mit jährlichem Turnus. Innerhalb der LogiMAT zeigen Aussteller Lösungen zu E-Commerce und Omni-channel für Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung im Rahmen der TradeWorld. Der Ausstellungsbereich sowie das dazugehörige Forenprogramm der TradeWorld stellen ein strategisches Kompetenzfeld der LogiMAT dar. Die LogiMAT bietet neben der Ausstellung täglich wechselnde Vortragsreihen inmitten der Hallen zu den unterschiedlichsten Themen.

Im Spiegel von Wissenschaft, Verbänden und Ausstellern zeigen 15 Jahre LogiMAT die dynamische Entwicklung der Intralogistik als lebendige Geschichte. Insbesondere die Entwicklungen in der Informations- und Kommunikations-Technologie, der Sensorik, Bilderfassung, Automation und Robotik kennzeichnen heute einen Standard, der zu Zeiten der ersten LogiMAT 2003 nur Wenigen vorstellbar schien.

„Bei der ersten LogiMAT am Stuttgarter Killesberg haben wir heiß über RFID-Einführung diskutiert“, erinnert Prof. Dr. Michael ten Hompel, Geschäftsführender Institutsleiter Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML). „Das Internet der Dinge oder Industrie 4.0 waren damals eine noch weit entfernte Vision. Heute halten wir die Technologie in Händen, die Träume von damals zu verwirklichen.“ Die LogiMAT, so ten Hompel, habe diese Entwicklung über die Jahre konsequent begleitet. „Mehr noch: Sie ist zur Plattform dieses Wandels geworden.“

Innerhalb der 15 Jahre, seit die LogiMAT 2003 erstmals ihre Tore öffnete, habe sich die Fachmesse von einer zunächst eher regionalen Messe zur bedeutendsten deutschen, „aber vermutlich auch bedeutendsten europäischen Messe für den Bereich der Intralogistikbranche – oder, anders formuliert, der technischen Logistik – entwickelt“, konstatiert Prof. Dr.-Ing. Karl-Heinz Wehking, IFT Institut für Fördertechnik und Logistik an der Universität Stuttgart.

Mit den von den Ausstellern präsentierten Lösungs- und Informationsangeboten bildete die LogiMAT vom Barcode und 2D-Code über Radio Frequency Identification (RFID) und Real Time Lokalisationssystemen (RTLS) bis hin zur Sensorik, Bilderfassung und -verarbeitung etwa durch Lösungen der Virtual Reality per Datenbrille über die Jahre nicht nur die Entwicklung aller AutoID-Technologien ab. Die Messe entwickelte sich damit im AutoID-Bereich „zum Branchentreff der Hersteller und Distributoren, der Lösungsanbieter und Integratoren sowie ihrer Partner, Kunden und Interessenten“, so der AIM-D-Geschäftsführer.

Das gilt gleichermaßen für IT und Fördertechnik, Stapler, Lager- und Verpackungstechnik. „Die LogiMAT hat sich zu der Informations- und Marktplattform für Intralogistik im deutschsprachigen Raum entwickelt“, erklärt Urs Grütter, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats Verkauf Projekte der Stöcklin Logistik AG. „Auf keiner anderen Messe findet man so viele Anbieter zu den verschiedensten Themen der Logistik in einer derartigen hochkonzentrierten Form.“

Maßgeblich dafür ist die konsequente Ausrichtung der Messe als Branchenbarometer und Schaufenster zukunftsfähiger Lösungen – etwa der Shuttle-Technologie, platzsparendes Lager, schneller Zugriff. Seit 2003 prägen Shuttle-Lösungen zunächst die Behälterlagerung im AKL, dann die Palettenlagerung im HRL und inzwischen über die Regalanlage hinaus in FTS-Anwendungen – künftig mit Roboterarm und dem Griff in die Kiste. „Die wichtigsten Trends in den letzten Jahren waren der Siegeszug der Shuttle-Systeme sowie die Entwicklungen in der IT, Bildverarbeitung, Kommunikation, der modernen Energiespeicher und nicht zuletzt der zunehmende Einsatz von Robotik“, sagt Peter Bimmermann, Business Development Manager bei der Vanderlande Industries GmbH. „Sie ermöglichen viele der heute zum ‚Standard‘ gehörenden, flexiblen Intralogistiklösungen.“

Entwicklungen, die Schritt für Schritt auf der LogiMAT zu verfolgen waren. Wer die LogiMAT besuchte, wusste bereits 2006, wie der E-Commerce die Logistik beeinflussen wird und welche Lösungen zur Bewältigung der Herausforderung erforderlich sind. 2007 wurden Webservices der IT, sogenannte Cloud-Lösungen, vorgestellt, die damals noch als Software-as-a-Service (SaaS) bezeichnet wurden. Im März 2009 stand unter anderem bereits die Wandlung von der prozess- zur service-orientierten Software-Architektur im Fokus, die heute moderne Software-Lösungen prägt und die Basis für die Digitalisierung sowie die Realisierung der Zukunftsprojekte Industrie 4.0 und Internet der Dinge bildet. Entsprechend standen Themen wie die Einbindung von FTS, Schwarm-Technologie und eine durchgehende Vernetzung als Vorteile für die Intralogistik bereits 2009 im Mittelpunkt der LogiMAT.

Zum Ende der ersten Dekade dieses Jahrhunderts zeigte die LogiMAT überdies Wege für eine energiesparende Intralogistik, für Nachhaltigkeit im Hallenbau sowie beim Betrieb von Anlagen- und Flurförderzeugen auf, was seither unter „Green Logistics“ geführt wird. „Durch die Logistik- und E-Commerce-Brille betrachtet, ist Green Logistics nach wie vor ein großes und wichtiges Thema“, urteilt Mathias Thomas, Inhaber von Dr. Thomas + Partner. „Ein zentrales Thema für die Logistik wird jetzt und in Zukunft die berühmte letzte Meile bei der Auslieferung an den Konsumenten. Oder kurz gesagt: die urbane Logistik.“ Lösungsansätze dafür, etwa Einsatzmodelle für Lastenräder in der City-Logistik, die heute Realität und aktueller sind als je zuvor sind, wurden und werden – wohl gemerkt: bereits 2003 – auf der LogiMAT angestoßen und ausgestellt.

„Wesentlich war und ist das Internet der Dinge – angefangen von den ersten RFID-Projekten bis hin zu der weltumspannenden Entwicklung, die heute immer größere Bereiche der Logistik durchdringt“, fasst ten Hompel zusammen. „Wir arbeiten an Schwärmen autonomer Fahrzeuge, Gestenerkennung, digitalen Brillen, intelligenten Regalen und einmal mehr werden wir 2017 in Stuttgart intralogistische Weltneuheiten sehen, die unsere Zukunft verändern.“

„Vor dem Hintergrund der technologischen Entwicklungen können wir stolz darauf verweisen, der Intralogistik mit der LogiMAT weite Passagen ihres Weges zu einer führenden High-Tech-Branche geebnet zu haben“, resümiert Messeleiter Kazander. „Bei alledem haben wir nie den Menschen aus den Augen verloren. Was bei den vorgestellten Lösungen auf eine optimierte Schnittstelle Mensch/Maschine zielt, umfasst seitens der Messeleitung das Team, das Messegelände und das Messekonzept. Die LogiMAT bleibt für die Fachbesucher der kompakte Branchenüberblick mit Informationsmehrwert, für die Aussteller die konzentrierte Leistungsschau und Arbeitsmesse mit Wohlfühl-Charakter. Denn bei aller Technik und Automation: im Mittelpunkt steht der Mensch.“

Rahmenprogramm so umfangreich wie nie zuvor
Mit ihrem Rahmenprogramm setzt die LogiMAT, 15. Internationale Fachmesse für Distribution, Material- und Informationsfluss neue Maßstäbe bei der Informationsvermittlung von aktuellen Trends, neuen Technologien, praxisbewährten Lösungen und zukunftsfähigen Investitionen. Das hochkarätig besetzte Rahmenprogramm zählt seit der ersten LogiMAT 2003 zu den zentralen Erfolgsfaktoren der Internationalen Fachmesse für Distribution, Material- und Informationsfluss. Als erste Messe überhaupt hat die LogiMAT den Mehrwert der kompetenten Informationsvermittlung auf Kongressniveau als Standard in das Messegeschehen integriert – und damit sich nicht nur bei den vorgestellten Technologien, sondern auch hinsichtlich der Konzeption einer Messe als Wegbereiter innovativer Lösungen etabliert.

Mit insgesamt 34 Informationsveranstaltungen – davon 31 Fachforen mit mehr als 100 Referenten in den Hallen 1, 3, 4, 5, 6, 7 und 9 sowie drei seriellen Live-Events – und zahlreichen Vorträgen von Ausstellern auf dem „Forum Innovationen“ bildet die LogiMAT 2017 erneut die Hintergründe aktueller Trends komplett ab und bietet so umfangreich wie nie zuvor Orientierung bei der Produktauswahl sowie eine zukunftsfähige Auslegung der Intralogistik. Mit Auto-ID und den Basistechnologien RFID & Barcode als Industrie 4.0-Enabler, Intralogistik-Apps als Hilfsmittel für Industrie 4.0, neuen Einsatzgebieten für Fahrerlose Transportsysteme (FTS), Betriebskonzepten für komplexe Automationsanlagen und Robotik im Lager sowie der Kosten- und Nutzenbewertung von Lithium-Ionen-Gabelstaplern über die Betriebskosteneinsparung im Lager und den Herausforderungen von Industrie 4.0 für den Mittelstand bis hin zu den jüngsten Forschungsansätzen zu Logistik 4.0 ist dabei allein das Themenspektrum der gebotenen Fachforen so weitreichend wie die aktuellen und langfristigen Trends und modernen Technologieansätze.

Die Foren im Überblick
Dienstag, 14.3.2017
– Die Zukunft der Intralogistik – Menschen und Maschinen als Partner einer Social Networked Industry
– Das FTS im Mittelpunkt von Industrie 4.0 – Praxisbeispiele und der Stand der Technik
– NFC-Smartphones und -Transponder in der Logistik – Szenarien der NFC-Technik in Industrie und Logistik
– TradeWorld: B2B-Handel im digitalen Zeitalter – Das B2B-Geschäft im Spannungsfeld von Innovation und Routine
– Intralogistik-Apps: Hilfsmittel für Industrie 4.0? – Wie Unternehmen den Trend für sich nutzen können
– Die neue Seidenstraße
– RFID & Barcode – Die Basistechnologien der Logistik 4.0 – Anwendungsgebiete innovativer Identifikationstechnologien
– TradeWorld: E-Commerce in B2B & B2C – Neuste Trends im B2B und B2C E-Commerce

Mittwoch, 15.3.2017
– Innovative Ansätze zur Betriebskosteneinsparung im Lager – Kosten und Effizienz
– Das Ende vom dezentralen Supermarkt? – Flexible Produktionsversorgung mit SAP-Lösungen
– IFT-Tag: Intralogistics – Future – Technology – Neue Technologien in der Intralogistik
– Verpackung 4.0 – Die Zukunft der Verpackung – Die Verpackung im Zeitalter der Digitalisierung
– TradeWorld: Ihr erfolgsentscheidender Vorteil auf der letzten Meile – Wunsch und Realität in der E-Commerce-Logistik
– Die neue VDI 3590 – Ein neues Konzept für die Kommissionierrichtlinie
– Das schlanke Lager – Schlank – aber wie?
– Auto-ID als Industrie 4.0-Enabler – Neue Aspekte und Praxisbeispiele zur Digitalisierung von Materialfluss und Logistik
– TradeWorld: Cross-Channel und weitere Trends der Fashionlogistik – Wie geht die Fashionlogistik mit aktuellen Herausforderungen um?

Donnerstag, 16.3.2017
– Logistik 4.0 – Fortschritt durch Forschung – Forschungsberichte der Forschungsstellen der GVB e. V.
– Betriebskonzepte für komplexe Anlagen im Logistikzentrum – Neue Ansätze für Facility-, Ersatzteil- und Instandhaltungsmanagement
– Showcases aus der selbststeuernden Produktion – Wie Industrie-4.0-Techniken und -Konzepte die Produktion verändern werden
– Lithium-Ionen-Gabelstapler: Wann lohnt sich der Preis? – Kosten- und Nutzenbewertung der neuen Batterietechnik für Elektrostapler
– Flexible Lagertechnik – wohin geht die Reise? – Roboter im Lager – mobile Geräte zur Lagerbedienung
– Agilität in der Supply Chain – Nutzerzentrierte Innovationen & Lösungen im Team entwickeln
– TradeWorld: The Future of Retail Logistics – Handelslogistik 4.0 durch Möglichkeiten einer digitalen Welt
– Mehrwert durch Industrie 4.0? Roadmap für den Mittelstand! – Wie digitale Transformation den Mittelstand erfolgreich macht
– Fahrerlos in neuen Einsatzgebieten – Im Spannungsfeld von FTS und mobilen Robotern
– Master-Studium: Weiterbildung ebnet Karriereweg – Zusatzqualifizierung: Was lohnt sich für mich?
– TradeWorld: Praxislösungen für die Retourenlogistik – Wie Händler das Beste aus Rücksendungen machen

Bild: LogiMAT-Messe-Impression, Foto: Euroexpo